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DiTech und Co: 2014 startet mit 24 Firmenpleiten pro Tag

25.03.2014

Der burgenländische Metallbaubetrieb MA.TEC, der Computerhändler DiTech: Heuer gab es schon ein paar veritable Großpleiten. Der rückläufige Trend bei Firmeninsolvenzen scheint beendet zu sein. Der Kreditschutzverband KSV 1870 erwartet 2014 wieder mehr, aber möglicherweise kleinere Fälle als im "Alpine-Jahr" 2013.

1.470 Unternehmen wurden von Jänner bis März insolvent. Das sind fast 24 Pleiten pro Tag und ein Plus von 2,4 Prozent, teilte der KSV mit. 6.300 Mitarbeiter waren von den Pleiten betroffen, im Vorjahr waren es 6.100 Beschäftigte gewesen. Die Höhe der Schulden sank leicht um 2,4 Prozent auf 440 Mio. Euro.

 

Die bisher größte Pleite legte die Neutaler MA.TEC mit Schulden von 35,3 Mio. Euro hin. Es folgte der EDV-Händler DiTech mit Passiva von 30 Mio. Euro. Über das Unternehmen wurde am Dienstag das Sanierungsverfahren eröffnet. 10 Filialen sollen geschlossen werden, 92 von 254 Mitarbeitern verlieren ihren Job.

 

Weitere Großpleitiers in diesem Jahr waren der oberösterreichische Metallverarbeiter Franz Hutterer mit 13,8 Mio. Euro Schulden - er soll ebenfalls saniert werden -, sowie die Congress Hotel Villach Errichtungsgesellschaft (13,3 Mio. Euro Passiva).

 
Insolventen nach Branchen

Die meisten Insolvenzen gab es erneut in der Bauwirtschaft (280 Fälle, Passiva 55,9 Mio. Euro) und im Gastgewerbe (248 Fälle, Passiva 32,2 Mio. Euro).

 

Am meisten Schulden häuften hingegen die 60 insolventen Unternehmen aus dem Bereich Maschinen und Metall an (85,3 Mio. Euro). So ist auch die Steiermark mit ihrem Schwerpunkt im metallverarbeitenden Sektor das heurige Sorgenkind. Sie nimmt laut KSV eine Vorreiterrolle bei Insolvenzen ein, wenn es um konjunkturelle Einflüsse geht. Im ersten Quartal 2014 nahm die Insolvenzzahl in der Steiermark um 7,7 Prozent auf 210 Fälle zu. Auch im Industriebundesland Oberösterreich gab es mit 183 Fällen mehr Pleiten (+5,8 Prozent), ebenso in Niederösterreich (247 Fälle, +8,3 Prozent) und in Vorarlberg (45 Fälle, +40,6 Prozent).

 

"Es ist damit zu rechnen, dass sich die Trends dieser vier Wachstumsbundesländer auch auf die anderen übertragen werden. Denn Insolvenzen hinken der allgemeinen Konjunktur um sechs bis neun Monate nach", so die Kreditschützer.

 

In Wien gab es bis März hingegen weniger Firmenpleiten (417 Fälle, -5,2 Prozent). Auch im Burgenland und in Tirol ging die Insolvenzzahl zurück. Kärnten verzeichnete mehr Pleiten. Von den österreichweit 1.470 Insolvenzen wurden 868 eröffnet (+2,7 Prozent).

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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