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DiTech, Köck, McWorld/McShark: der Pleitegeier im Sinkflug

13.06.2014

Margendruck und zu schnelle Expansion: Zwei namhafte Computerhändler und ein Elektrohändler sind in den vergangenen Monaten in die Pleite geschlittert.

Den Anfang machte der Wiener PC-Händler DiTech mit 522 Gläubigern und fast 37 Mio. Euro Schulden. Der Betrieb wird nun teilweise von Mitbewerber E-Tec weiter geführt, den Gläubigern droht der Totalausfall.

 

Dann kam die Insolvenzmeldung für den Traditionsbetrieb Köck und heute, Freitag, auch die offizielle Insolvenz für Apple-Händler McWorld/McShark – wobei zumindest Köck eine Sanierung in Eigenverwaltung durchführen kann. Sowohl bei DiTech als auch bei McWorld/McShark war nach Eigenangabe die rasche Expansion der Grund für die Pleite. McWorld/McShark sitzt auf Schulden von 13,5 Millionen Euro.

 

In diversen Internetforen wird noch ein weiterer Grund genannt: Durch das rasche Wachstum von DiTech sei es nicht mehr möglich gewesen, die Beratungsqualität, für die DiTech bekannt war, aufrecht zu erhalten. Bei McWorld/McShark wiederum wurde kritisiert, dass den Verkäufern der Kult rund um Apple etwas zu Kopf gestiegen sei, hieß es in Internetforen.

 

Von der Pleite des Apple-Händlers ist auch der Steuerzahler direkt betroffen. 30 Prozent des Unternehmens hält nämlich der staatliche aws Mittelstandsfonds. Das beantragte Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung betrifft 148 Arbeitnehmer, den 133 Gläubigern wird ein Quote von 20 Prozent angeboten. Das Geschäft soll in Teilen weitergeführt werden, dafür wären für die nächsten Wochen noch ausreichend Mittel vorhanden.

 

Von der Insolvenz des Wiener Elektrohändlers Köck sind 110 Gläubiger und 57 Beschäftigte betroffen, die Verbindlichkeiten belaufen sich auf 4,6 Mio. Euro. Angeboten wird eine 30-Prozent-Quote, davon zehn Prozent als Barquote. Köck betreibt insgesamt sechs Filialen in Wien, Wiener Neustadt und Oberwart.

Autor/in:
Alexander Zechmeister
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