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DiTech ist nicht der Elektrohandel: Wolfgang Krejcik wehrt sich gegen Schlechtreden der Branche

28.03.2014

Nach der Pleite des Computerhändlers DiTech wehrt sich der Obmann der Sparte Elektrohandel in der Wirtschaftskammer gegen ein Schlechtreden der Branche. Auch wenn die Insolvenz von DiTech "sehr bedauerlich" sei, sei es falsch, deswegen das Bild des Elektrohandels als Krisenbranche zu zeichnen, hält Wolfgang Krejcik am Donnerstag in einer Aussendung fest. Die meisten E-Händler verzichten längst auf die margenschwache IT.

Bei DiTech handelt es sich um keinen Elektrohändler, sondern um ein IT-Computerhandelsunternehmen, sagt Krejcik. DiTech verkauft weder Waschmaschinen noch elektrische Zahnbürsten oder Fernseher. Die meisten mittelständischen Elektrohandelsfirmen hätten sich schon längst aus dem margenschwachen und problematischen IT-Bereich zurückgezogen. "Die Ertragslage ist problematisch, der Beratungsaufwand extrem hoch", sagte Krejcik zur APA. Dazu kommt die Konkurrenz aus dem Internet und die Kurzlebigkeit der Produkte.

 

E-Handel spürt DiTech-Pleite

 

Dass die Branche mit der Insolvenz von DiTech und den Pleiten von Niedermeyer und Cosmos in Verruf gekommen ist, spürten die Firmen bereits. "Viele Betriebe spüren bei den Banken schon die Folgen", so der Branchensprecher. Der Elektrohandel habe zwar schon bessere Zeiten gehabt, räumte Krejcik ein, aber in der Krise sei man nicht. 2013 wurde ein Umsatz von 4,6 Mrd. Euro erwirtschaftet, nach 4,5 Mrd. Euro davor. Darin sind auch die Umsätze der Computerhändler enthalten.

Die Branche stehe aber unbestritten im - äußerst scharfen - internationalen Wettbewerb. Vor diesem Hintergrund fordert der Elektrohandel vehement, dass internationale Versandunternehmen auch die Steuern, Abgaben, Gebühren in Österreich zahlen. Zudem seien Elektrohändler mit einem „Vorschriftendschungel“ konfrontiert, „der immer unverständlicher wird“. Als Beispiel nennt Krejcik, dass der österreichische Handel die Entsorgungskosten für Elektroaltgeräte von Kunden übernehmen muss, die im Ausland einkaufen.

Verkaufszahlen

Auf das Geschäft mit Computern, Laptops & Co fällt mit 1,1 Mrd. Euro (+3 Prozent) der größte Anteil vom Kuchen ab. Der Bereich Telekommunikationselektronik warf 990 Mio. Euro ab, ein Plus von 13 Prozent gegenüber 2012. Die Umsätze mit großen Haushaltsgeräten wie Waschmaschinen stiegen um 5 Prozent auf 850 Mio. Euro. Mit kleinen Haushaltsgeräten (Staubsauger, Mixer, Kaffeemaschinen) wurden 400 Mio. Euro umgesetzt, um 4 Prozent mehr als 2012.

 

Starke Einbußen erlitt die Branche 2013 im Bereich Unterhaltungselektronik: Hier gingen die Umsätze um 10 Prozent auf 790 Mio. Euro zurück. Auch im Segment "Foto" brachen die Umsätze um 5 Prozent auf 250 Mio. Euro ein.

In einer Aussendung an Konsumentenmedien betont Krejcik außerdem, dass der heimische Elektrohandel besteht, neben der großen Filialkette Media Markt und Saturn, auch aus tausenden mittelständischen Unternehmen, wobei viele davon in einer der drei großen Kooperationen, Electronic Partner, RedZac, Expert, vertreten sind: „Ihr USP sind neben anderem auch ihre Beratungskompetenz, Servicebereitschaft sowie die persönliche Betreuung.“

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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