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„Direktvergütung statt Festplattenabgabe.“ Neos klinken sich in den URA-Streit ein

28.08.2014

Die Neos klinken sich in die Diskussion rund um die sogenannte Festplattenabgabe bzw. die Urheberrechtsabgabe ein und schlagen eine Direktvergütung vor. Die Abgabe soll nicht beim Speichermedium – also nicht über den Computer- und Elektrohandel – eingehoben werden, sondern direkt bei den CDs und Downloads. Künstlervertreter halten nichts davon – und bedienen sich plötzlich ähnlicher Argumente wie der Technikhandel.

“Gäbe es eine einfache Lösung, dann hätten wir das neue Modell schon längst. Doch die gibt es immer noch nicht. Eine Festplatten- oder Haushaltsabgabe haben grobe Schwächen, der Diskussionsprozess ist immer noch nicht abgeschlossen”, meint Neos Mediensprecher Niko Alm. “Wir legen mit der Direktvergütung jetzt einen neuen Lösungsvorschlag auf den Tisch legen, damit es endlich zu einem fairen Ausgleich für die Privatkopie kommen kann.”

Die Vergütung für die Privatkopie soll nicht mehr beim Trägermedium – also ursprünglich Kassette, dann CD oder jetzt Festplatte – eingehoben werden, sondern gleich dort, wo die Vorlage in Verkehr gebracht wird, also beim Kauf einer Musik-CD, beim Download und bei einer Rundfunkaufzeichnung.

Damit werde eine höhere Treffsicherheit erreicht, als bei der Festplattenabgabe, heißt es seitens der Neos. Schließlich würden nicht alle Speicherträger für Privatkopien gebraucht. Wie hoch hierbei der Anteil ist, ist jedoch nicht bekannt, da es keine seriösen Studien gibt. “Wir wissen nicht, von welchem Volumen wir überhaupt reden. Es besteht der dringende Verdacht, dass heute viel weniger privat kopiert wird – wegen des Problems der Raubkopien, des Kopierschutzes und geänderten Nutzungsverhaltens”, betont Alm.

Die Abwehr mit Handels-Argumenten

Kunst hat Recht wehrt sich gegen den Vorschlag. Der Vorschlag der Neos sei nicht sinnvoll, weil „dieses Modell nicht diejenigen treffe, die kopieren, sondern alle Käufer“, wie Michael Kreihsl im Namen von Kunst hat Recht sagt. „Und ob die Verteuerung von Kunstwerken - also Büchern, Filmen etc. sinnvoll ist, sei dahingestellt.“ „Durch die Einhebung würde bei den Musik-, Film- und Buchhändlern ein massiver zusätzlicher Verwaltungsaufwand entstehen“, sagt Franz Medwenitsch, Geschäftsführer der Wahrnehmung von Leistungsschutzrechten GmbH.

Diese Argumente sind insofern interessant, da einige bereits von den Interessensvertreter des Technikhandels (höhere Preise als Schaden, eine Abgabe zulasten der Konsumenten, Verwaltungsaufwand) verwendet wurden. Bekanntlich hat Kunst hat Recht viele Argumente der Handelsvertreter bislang als unwahr und populistisch abgetan. Also offenbar sind sie doch nicht soweit hergeholt.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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