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„Die Wahrheit ist: Wir haben zunehmend Schwierigkeiten“

17.12.2015

Es war für Elektrotechniker schon einmal lustiger auf den Baustellen. Die Preisschraube dreht sich unerbittlich in die falsche Richtung, gleichzeitig wird der Aufwand mehr. Ende November lud die BKS Kabel-Service AG zum letzten BKS TecTalk in 2015. Das Motto des Jahresfinales: „Stiefkind Technik - unbeliebt aber unentbehrlich“. 

Joe Witke und Wolfgang Sedlak im Gespräch.

Was darf Technik bei einem Projekt kosten? Das ist die Gretchenfrage. „Die Kosten für die Technik sind gleichgeblieben – trotz Inflation“, sagt sich Bundesinnugsmeister Joe Witke. Gleichzeitig würden aber Städte und Kommunen bei der Ausstattung sparen. Und auch Privatkunden planen ihre Wünsche gerne mit zu kleinen Budgets. Für Planerin Nina Schjerve kommt an diesem Punkt noch ein ganz anderes Problem zu tragen: Viele Kunden wissen gar nicht, was sie wollen, was den Planungsalltag freilich erschwert und spontane, aufwändige Änderungen mit sich zieht.

Sind die Wünsche auch groß, die Budgets für große und kleine Baustellen werden enorm knapp bemessen. Zu knapp. Der Preisdruck nimmt hingegen zu, der Billigpreis wird zum Normalpreis. Eine Entwicklung, die Witke natürlich Kopfzerbrechen bereitet. Denn trotz weniger Euro, der betriebene Aufwand für die Elektrotechniker, der wird natürlich nicht kleiner. „Ganz im Gegenteil. Es gibt zum Beispiel vier verschiedene Gewerbe pro Haus mit vier Schnittstellen. Die müssen ja alle zusammenpassen. Das bedeutet ein Mehr an Arbeitszeit. Die Wahrheit ist: Wir haben zunehmend Schwierigkeiten.“

Wie groß darf das Kuchenstück sein?

Wie ein Meer aus Tausenden Lichtern erstreckt sich das nächtliche Wien ringsum des Tech Gates. Mit Moderator Christian Lanner diskutieren neben Joe Witke und Nina Schjerve (Vasko + Partner Ing. ZT für Bauwesen und Verfahrenstechnik), Hans Haugeneder (Ingenieurbüro für Installationstechnik) und Fachjournalist Wolfgang Sedlak.

Die Diskussion wird emotional. Man merkt, im Endeffekt sitzen trotz verschiedener Zugänge zu Projekt alle im gleichen Boot. Denn jeder will ein Stück vom Budget-Kuchen. Und zwar ein Stück in verdienter Größe – eh klar. Doch die derzeitigen Rahmenbedingungen lassen dies einfach nicht zu.
Gleichzeitig muss die Qualität des Projekts einwandfrei passen. Sonst kann’s zu einem bösen Nachspiel kommen. Nur wen trifft’s eigentlich, wer trägt letztendlich die Verantwortung? Für Witke sind das klar die Elektrotechniker. Sie verlassen die Baustelle als letzte und geben sie frei. Haugeneder meint wiederum, dass der Planer zum Handkuss kommt. Denn ihm würden im Fall der Fälle Planungsfehler unterstellt.

Lösung gibt’s am Ende der Diskussion keine. „So schnell wird es auch keine geben. Das ist eine schwierige Sache“, zieht Haugeneder das gleichsam ernüchternde und treffende Fazit. Doch eines wurde an diesem Abend wieder offenkundig: Unter welchen Druck die auf Baustellen zusammenwirkenden Branchen inzwischen geraten.

Autor/in:
Alexander Zechmeister
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