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Die Küchentechnik lockte: Wohnen & Interieur lässt auf volle Auftragsbücher hoffen

20.03.2014

Zwar kamen weniger Besucher zur Wohnen & Interieur, die Gesprächsqualität war aber ausgezeichnet. Neben den Möbeln zog vor allem die Küchentechnik an. Denn viele der bestens informierten Endverbraucher wollen sich in Bälde neu ausstatten, was hoffentlich für volle Auftragsbücher im Küchen- und Möbelfachhandel sorgt. Elektrojournal Online hörte sich auf der Messe um.  

Der Eindruck täuscht nicht. Heuer ist mit 76.651 Besuchern etwas weniger Frequenz auf der Wohnen&Interieur als im Vorjahr (82.600 BEsucher). Die Stimmung bei den Ausstellern ist deswegen aber nicht getrübt. Ganz hervorragend sei sie schließlich, die Gesprächsqualität. Dass etwas weniger Verbraucher kommen, könnte an den Frühlingshaften Temperaturen liegeb. Aber aufs Wetter ausreden, wollen sich aber die Wenigsten. „Es gibt vier Gründe, warum Besucher nicht zur Messe kommen: die vier Jahreszeiten“, scherzt etwa MHK Geschäftsführer Ernst Tanzler im Gespräch mit Elektrojournal Online. Mal sei es zu kalt, mal zu heiß, mal zu nebelig und so weiter.   

 

Beim Eingang zur Messe bekommen die Besucher die Tageszeitung Standard in die Hände gedrückt. Nicht jeder nimmt sie. Flyer werden verteilt. Die große Vorhalle ist mit Stimmen gefüllt. Kinder lachen, Erwachsene telefonieren oder winken sich zu, wenn sie sich gefunden haben. Sie alle wollen sehen, was die 520 Aussteller an den neun Tagen auf den insgesamt 55.000 Quadratmetern zu bieten haben. „ Nirgendwo sonst können sich die Messebesucher einen so kompletten und vielseitigen Überblick über die aktuellen Wohntrends verschaffen und sich persönlich beraten lassen. Angebot und Nachfrage treffen auch dieses Mal direkt aufeinander und der persönliche Kontakt mit den Branchenexperten vor Ort erweist sich einmal mehr als gewinnender Faktor dieser Messe“, meint Matthias Limbeck, Geschäftsführer von Reed Exhibitions Messe Wien.

Glaubt man der vor Ort durchgeführten Besucherbefragung, will jeder dritte Besucher die Wohnen & Interieur zum Einkaufen oder Bestellen nutzen. Für ein weiteres Viertel stellt der Messebesuch die Basis für künftiger Kaufentscheidungen.

 
Befragungsergebnisse

 

Das Linzer Market Institut führt die Befragung durch. Drei von vier Besucher zeigten sich mit der Messe insgesamt sehr zufrieden, vier von fünf wollen die Wohnen & Interieur im Bekannten- und Kollegenkreis weiterempfehlen und 86,3 Prozent erklärten, vom Messebesuch profitiert zu haben. Drei von fünf Befragten (61,5%) entdeckten neue Produkte, nicht ganz die Hälfte neue Anbieter und 86,4 Prozent qualifizierten das Produktangebot als vollständig.

 

Am meisten interessierten die Messebesucher, laut Befragung (Mehrfachnennungen möglich), die Themen Möbel (33,1%), Küchen und Küchentechnik (27,8%), Designmöbel (23,5%) sowie Bad und Sanitär (22,6%), dicht gefolgt von anderen Bereichen wie etwa Garten- und Balkonausstattung sowie –gestaltung sowie Haushaltstechnik.

 

Der Befragung zufolge plant ein Viertel, in den nächsten zwölf Monaten die Einrichtung zu erneuern, und ein Drittel die Einrichtung zu ergänzen. 11,7 Prozent wollen renovieren und 7,2 Prozent umbauen.

 

Treiben in der „Küchenhalle“

Ingrid Urbanek, Chefeinkäuferin bei Red Zac Stohlhofer, ist mit der Messe jedenfalls zufrieden. Das Fachhandelsunternehmen ist wieder mit dem traditionell zweigeteilten Stand auf dem Messegelände vertreten. Die Frequenz passt auch heuer. Und den Kunden gefällt‘s sowieso, so Urbaneks Resümee. So soll’s auch sein.

Natürlich ebenfalls wieder auf der Wohnen und Interieur dabei, sind die Miele-Center Mörth und Bauer. Der heurige Auftritt ist besonders wichtig, denn gerade bei Miele hat sich ja im letzten Jahr in Sachen Einbau enorm viel getan. Wie berichtet, wurde eine komplett neue Geräte-Generation vorgestellt. „Die Einbaugeneration 6000 ist jetzt wirklich gelandet“, bringt’s Christa Käfer,  Miele-Vertriebsleiterin auf den Punkt. Vor allem die Pure Line findet viele Fans. Werbliche Unterstützung, etwa den TV-Spot, gibt’s von Miele sowieso.

 
Das Jahr hat für Miele gut begonnen, sagt Käfer. Das Potenzial im Küchenfachhandel ist aber noch nicht ausgeschöpft, glaubt Käfer. „Im Küchenfachhandel geht’s ums Wohnen. Das ist ein emotionales Thema. Hier ist man bereit, zu investieren.“ Und in was investiert man? Was braucht die moderne Küche? „Das ist ganz individuell. Ich lege aber Käufern einen Backofen mit Pyrolyse ans Herz und einen Dampfgarer.“

 
„Für Marke Electrolux hatte es Akzeptanz gegeben“

Herzstück in Halle A, der Halle für Küchen, ist wohl der große MHK-Bereich. Ein roter Teppich ist aufgelegt. Traditionell stellt der MHK mit den Industriepartnern aus. „Das Konzept der MHK-Meile werden wir auch in den nächsten Jahren beibehalten“, sagt Tanzler. „Der MHK ist sicher das Herzstück in der Halle.“ Erstmals wurde auf Wohnen & Interieur auch das Reddy-Konzept vorgestellt. Das ist natürlich kein Zufall. Kürzlich eröffnete ja der erste Reddy-Standort in Österreich. Für die "klassischen" MHK-Mitglieder hat das Jahr jedenfalls gut begonnen, sagt Tanzler. Die Stimmung sei auf einem „vernünftigen Niveau“.

 
Gute Stimmung herrscht auch bei Electrolux beziehungsweise AEG. Auch wenn die für den Möbel- und Küchenhandel gedachte Marke Electrolux in Österreich und Deutschland eingestellt wurde. Dabei habe es im rot-weiß-roten Möbel- und Handel durchaus Akzeptanz für die Marke gegeben, wie Electrolux Österreich Chef Alfred Janovsky zu Elektrojournal Online sagt. Aber für eine umfangreiche Produktrange brauche es einfach auch den deutschen Markt. Und der Konzern beschloss, Electrolux einzustellen und verstärkt auf die Marke AEG zu setzen. „So ist es. Wir wollen gegenüber unseren Partnern ehrlich mit dem Thema umgehen“, sagt Janovsky. Mit der Stärkung von AEG wird natürlich auch die exklusive Preference-Linie gestärkt. Deshalb gibt's bei der auch „neue Geschichten“, wie Janovsky meint. Und die ersten Signale aus dem Handel seien bereits sehr gut. Dass der Möbel- und Küchenhandel für Elektrolux enorm wichtig ist, zeigt sich auch daran, dass nur etwas weniger als die Hälfte des Österreich-Umsatzes im Möbelhandel gemacht wird.

 

Mit einem eigenen Stand im MHK-Bereich ist heuer auch Bauknecht vertreten. Vor allem die Produkte aus der Passion-Reihe sind es, die Blicke auf sich ziehen. Aktiv nachgefragt werden etwa die Dampfgarer, wie Bauknecht-Marketingleiterin Daniela Maxl sagt. Es ist aber nicht nur eine bestimmte Kundengruppe, die sich für die Geräte initeressiert, sondern querbeet. „Es geht schließlich um das ganze Konzept der gesunden Ernährung“, meint Maxl.

 

Im Küchen- und Möbelhandel hat das letzte Jahr für Whirlpool Österreicher schwächer begonnen, sagt Geschäftsführe Hannes Kolb zu Elektrojournal Online. Von Quartal zu Quartal konnte das Unternehmen aber Meter gut machen und mit einem Plus das Jahr beenden. Der Wettbewerb sei letztes Jahr sehr preisintensiv gewesen. Darum ist Kolb mit dem Ergebnis zufrieden. Auch deshalb, weil’s bei Bauknecht deutlicher nach oben ging. „Wir konnten wieder Neukunden gewinnen und verkaufen inzwischen mehr Bauknecht als Whirlpool.“ Dies zeige, dass das Unternehmen den richtigen Weg eingeschlagen habe.

Und die Herausforderung fürs nächste Jahr? „Wieder vernünftige Spannen zu generieren.“ Womit sich der Kreis zum Passion-Programm schließt. „Das Programm ist preisstabil. Ich lade alle Händler ein, sich Passion anzusehen. Eine Preisvergleichbarkeit im Web ist nicht gegeben.“
Erfreuliche Zahlen kommen übrigens aus der Whirlpool-Zentrale. Der Konzern konnte 2013 weltweit 18,8 Milliarden Dollar (13,7 Mrd. Euro) umsetzen. Letztes Jahr waren es 18,1 Milliarden Dollar, umgerechnet 13,2 Milliarden Dollar.      

 

BSH-Marken mit dabei

 

Natürlich auch auf der Messe dabei, war die BSH mit ihren Marken. „Trotz der frühlingshaften Temperaturen in dieser Messewoche war unser Stand stets gut gefüllt und zwar mit äußerst kaufinteressiertem Publikum“, sagt Karl Buxer, Vertriebsleiter Siemens Hausgeräte Österreich Möbelfachhandel. Die Besucher seien über die Geräte sehr gut informiert. Das hört Elektrojournal Online immer wieder von Ausstellern. 

Aber es sind natürlich nicht nur Endkonsumenten, die bei Buxer vorbeikommen. Auch Handelspartner nutzen die Messe zum informellen Austausch. Und wie ist die Stimmung? „Partner aus West- und Ost-Österreich befinden sich in einer sehr guten Stimmung." Der warme Winter habe den Partnern in die Arme gespielt. Wohnungen konnten fertiggestellt werden und die brauchen jetzt Küchen. Gedämpft ist die Stimmung allerdings bei Partnern in Kärnten und in der Steiermark.

Buxer ist seit 30 Jahren Hobbykoch. Auf was will er in der Küche nicht mehr verzichten? „Auf Induktion und einen Kombi-Dampfgarer. Diese Themen werden auch hier auf der Messe stark nachgefragt.“ Den Fachhandelspartnern empfiehlt er, die Dienstleistungen durchaus ins Rampenlicht zu rücken. „Dienstleistungen kosten. Der Konsument soll wissen, dass hinter diesen viel Know-how steckt und Fachwissen nötig ist.“

 

Geht’s um Einbau, dann ist Neff nicht weit. „Die Wohnen & Interieur ist für Neff eine der wenigen Messen, die den direkten Endkundenkontakt ermöglicht und hat daher einen hohen Stellenwert für die Marke. Auch zur Kontaktpflege mit unseren Händlern eignet sich die Wohnen & Interieur bestens“, meint Thomas Pfalzer, Geschäftsleiter Neff Österreich. Nachwievor sei „Cocooning“ der Trend. Die Kunden suchen Nutzen. Als muss auch der Fachhändler mit Nutzen argumentieren. Der Verkäufer muss wissen, was der Kunde für seine Küche braucht. „Das ist die Kunst.“ Und diese beherrschen die Neff-Partner offenbar. Denn die ersten beiden Monaten verliefen äußerst positiv, sagt Pfalzer.

 

„Ich glaube, der Fachhändler wird immer gewinnen“

 

Für Bosch liefere die Wohnen & Interieur wichtiges, direktes Kundenfeedback, meint Heinz Schedlbauer, Vertriebsleiter Bosch Hausgeräte Österreich Möbelfachhandel. „Dieses zeigt uns heuer, dass die aktuellen Geräteneuheiten, wie die vollflächige ProInduction, sehr gut angenommen werden. Der Preis ist dabei nicht Entscheidungskriterium Nummer eins. Was gefragt ist, sind hochwertige Geräte, deren Nutzen und Features wirklich überzeugen.“ Genau die müsse der Fachhändler argumentieren können. „Und dazu kommt das ganze Dienstleistungspaket. Ich glaube, der Fachhändler wird immer gewinnen.“ Dazu braucht’s aber auch einen entsprechenden Ladenbau und natürlich Fachwissen. Denn die Messe zeigt, die Besucher sind wissbegierig und kennen sich aus.

 

Zufrieden zeigt sich Wolfgang Duffek, Geschäftsleiter Gaggenau Österreich, „Die Wohnen & Interieur ist für Gaggenau ganz klar die Leitmesse in Österreich. Hier haben wir Gelegenheit, den Endkunden unsere Markenwelt zu präsentieren und unsere Neuheiten auch haptisch näher zu bringen. Im Fokus stehen bei uns diesmal die Lüftungslösungen. Diese lassen sich komplett in die Arbeitsplatte integrieren und fügen.“ Der Preis spielt für Gaggenau-Kunden nur einen untergeordnete Rolle. Wichtiger ist, dass die Küche eine „Wohlfühlzone“ ist.

Das Jahr startet für Gaggenau stark. „Wobei man beachten muss, dass unsere Klientel mittelfristig plant.“ Geplant ist jedenfalls, heuer zweistellig gegenüber 2013 zu wachsen.   

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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