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Die Kehrseite der Expansions-Medaille: Finanzlage bei DiTech angespannt / Geldgeber gesucht

21.10.2013

Anfang Oktober eröffnete man seinen 700 qm großen Flagship-Store in Österreichs größtem Einkaufszentrum, der Shopping City Süd in Vösendorf. Ein Projekt, das die Liquidität des Unternehmens voll ausgereizt hat und bei Banken und Lieferanten die Alarmglocken schrillen lässt - berichtet die Tageszeitung Kurier. Ein Kreditversicherer eines wichtigen IT-Lieferanten soll demnach bereits abgesprungen sein.

Gerade vor dem anstehenden Weihnachtsgeschäft könnte ein solcher Schritt problematisch sein. Wegen ausstehender Zahlungen, so schreibt der Kurier, habe der Kreditversicherer gekündigt, weswegen der IT-Großhändler nun auf die Lieferbremse steigt. Man werde bis auf weiteres nur noch das „allernötigste liefern“, hoffe aber, dass es DiTech bald wieder bessern gehen wird.

 

Gegenüber der Tageszeitung bestätigte DiTech-Chef Damian Izdebski die Finanzierungsprobleme, von einer Liquiditätskrise will er aber nichts wissen. Laut Izdebski verhandle man gerade mit den Banken, um die zukünftige Finanzierung sicherzustellen, „nach jahrelangen zweistelligen Wachstumsraten“, wie Izdebski anmerkt. Deswegen sehe er auch keinen Grund zur Panik. Branchengerüchten zufolge soll DiTech auf der Suche nach Geldgebern sein, ein Investor sei – dem Kurier zufolge – kürzlich überraschend abgesprungen.

 

Das vor 14 Jahren gegründete Unternehmen mit fast 300 Mitarbeitern an 22?Standorten  steigerte  im Vorjahr den Umsatz um 14,3?Prozent auf 120 Mio. Euro und wies einen operativen Gewinn von 216.000 Euro aus. Die Gesamt-Verbindlichkeiten beliefen sich laut Bilanz auf 22,7 Mio. Euro, davon 7,7 Mio. bei Banken.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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