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„Die EU liegt falsch“: Hutchison/Orange-Deal steht auf der Kippe

25.09.2012

Ganz und gar nicht gut bestellt scheint’s derzeit um die Orange-Übernahme durch den chinesischen Megakonzern Hutchison (3). Die EU-Wettbewerbshüter haben in ihrer Stellungnahme massive Bedenken angemeldet, dass der Wettbewerb durch die Reduktion auf drei Netzbetreiber Schaden nehmen könnte. Auch das Angebot, die Netz-Infrastruktur virtuellen Netzbetreibern zur Verfügung zu stellen, besänftigt Brüssel nicht wirklich. Mit weiteren Zugeständnissen seitens Hutchison ist aber nicht zu rechnen.

„Die EU liegt falsch, wenn sie eine Einschränkung des Wettbewerbs fürchtet“, betonte Hitchison-Chef Canning Fok, der als Krisenfeuerwehr extra aus Hongkong angereist war. „Ein starker Dritter ist in jedem Fall besser als zwei schwache Kleine.“ Gleichzeitig bekräftigte er, dass sich Hutchison an die bereits kommunizierten Zugeständnisse halten werde und versprach „in Österreich eines der besten LTE-Netze weltweit“ aufbauen zu wollen. UPC und Tele 2 haben das Angebot, als virtueller Netzbetreiber im 3-Netz aufzutreten, übrigens bereits angenommen.

 

Aufgeben wolle Hutchison die Orange-Übernahme noch nicht, mit weiteren Zugeständnissen an die Wettbewerbshüter ist aber ebenso wenig zu rechnen, so Fok. Womit man also weiterhin auf die endgültige Entscheidung Ende November warten muss. Wie diese ausfallen könnte, wollten aber weder Fok noch 3-Chef Jan Trionow abschätzen. Nur so viel war zu hören: auch bei einem „Njet“ aus Brüssel wird sich Hutchison nicht aus Österreich zurückziehen.

 

Als problematisch könnte sich eine Nicht-Übernahme allerdings für Orange erweisen, da das Unternehmen seine Kreditlinie mittlerweile fast ausgeschöpft hat. Angeblich enthalten die Finanzierungsverträge Bedingungen, die zur Fälligstellung der Kredite führen könnten. Für Hutchison wäre ein Scheitern dagegen höchstens ein massiver Prestigeverlust.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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