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Die Details zum DiTech-Aus: Neun Millionen Euro fehlten

03.04.2014

Computerhändler DiTech hat die Sanierung nicht geschafft, ein Investor konnte nicht gefunden werden. Zum Fortbetrieb wären rund neun Millionen Euro notwendig gewesen, sagte Insolvenzverwalter Günther Hödl. Das Unternehmen wird deshalb liquidiert. "Der Abverkauf des Lagers folgt ab sofort, die Filialen werden sukzessive geschlossen", so Hödl. 250 Beschäftigte verlieren ihren Job.

Nach Cosmos und Niedermeyer hat es nun einen weiteren Filialisten aufgestellt. DiTech verhandelte nach eigenen Angaben bis zuletzt mit einer österreichischen Investorengruppe. Um den Namen wurde jedoch ein großes Geheimnis gemacht, selbst Masseverwalter Hödl weiß nicht, wer Teil des Konsortiums war. Die Skepsis ob des vermeintlichen Retters war deshalb in der Branche groß.

 
"Kein Vermögen"

DiTech verfügt in Österreich über 22 Filialen, vier davon bereits vergangene Woche geschlossen. Da das Unternehmen praktisch über kein Vermögen verfügt, rechnet der Masseverwalter mit einer "sehr geringen Quote". Die im Sanierungsverfahren angebotenen 20 Prozent würden "mit Sicherheit nicht erreicht".

 
Passiva und Aktiva

Passiva von rund 30 Millionen Euro stehen Aktiva von 16 Millionen Euro gegenüber. Die Filialen sind angemietet, die Geschäftsausstattung Großteils geleast. Der Warenlagerbestand beläuft sich laut Hödl auf zwei bis 2,5 Millionen Euro. Die für Mitte Mai angesetzte Tagsatzung findet statt, da hier die Forderungen geprüft werden. Die Sanierungsplantagsatzung hingegen ist nun hinfällig.

 
DiTech hat auf Teufel komm raus expandiert. Der Lagerbestand war viel zu klein. Nach der Eröffnung des heute gescheiterten Sanierungsverfahren räumte Gründer Damian Izdebski ein, das Finanzierung nicht nachhaltig abgesichter zu haben. Er habe sich "vom Erfolg des DiTech-Konzeptes und dem damit einhergehenden Wachstum blenden lassen".

"Nicht der Elektrohandel"

Das Geschäft mit Computern, Laptops & Co ist hart umkämpft. "Die Ertragslage ist problematisch, der Beratungsaufwand extrem hoch", sagte Wolfgang Krejcik, Obmann des Elektrohandels, kürzlich. Er betonte aber auch, dass DiTech als Computerhändler nicht er Elektrohandel ist.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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