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Der Sitz des deutschen Bundeskartellamts in Bonn.

Deutsches Kartellamt wird Online-Riesen nicht in Ruhe lassen

27.06.2019

Das deutsche Bundeskartellamt wird den Internet-Riesen weiterhin genau auf die Finger schauen. „Wir haben eine klare digitale Agenda", sagt dazu Kartellamtschef Andreas Mundt. Das Kartellamt hat auch bereits zahlreiche Verfahren angestrengt.

Unter anderem haben die Wettbewerbshüter Amazon ins Visier genommen und prüfen, ob der Online-Händler auf seiner Plattform den Wettbewerb anderer Händler behindert. Das Kartellamt treibe dieses Verfahren voran, unterstrich Mundt. In Österreich will die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) im Juli weitere Informationen zu ihren Amazon-Untersuchungen bekanntgeben.

„Natürlich kann das ein Thema sein", sagte Mundt auf die Frage, wie man den Plänen für eigene Kryptowährungen umzugehen gedenke. Kryptowährungen seien für viele Behörden - unter anderem Zentralbanken und die Finanzaufsicht - ein Thema. Irgendwann könne dies auch für die Kartellwächter gelten. Solche Währungen seien für Online-Riesen etwa ein Mittel zu Bindung von Nutzern. Facebook hatte kürzlich angekündigt, eine eigene Cyberdevise mit dem Namen „Libra“ in der ersten Hälfte 2020 an den Start bringen zu wollen und damit in den weltweiten Zahlungsverkehr einzusteigen. Facebook wird jeden Tag von etwa ein bis zwei Milliarden Menschen genutzt. Libra soll es allen Nutzern des Netzwerks ermöglichen, untereinander Geld zu versenden und Waren von Unternehmen zu erwerben - für Facebook ein gewaltiger Schub.

Der Social Media-Riese ist für die Kartellwächter kein Unbekannter. Im vergangenen Februar hatte die Behörde gegen Facebook „weitreichende Beschränkungen“ für die Verarbeitung von Nutzerinformationen verhängt. Der US-Konzern geht dagegen juristisch vor. Noch in diesem Jahr wird eine Entscheidung des Oberlandesgericht Düsseldorf erwartet.

Autor/in:
APA – Austria Presse Agentur / Redaktion
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