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„Desaströse Aussichten“: DiTech-Gläubigern droht schmerzhafter Totalausfall

13.05.2014

Wenig erfreulich dürfte für DiTech-Gläubiger die heutige Prüfungstagsatzung vorm Handelsgericht Wien verlaufen. Der Masseverwalter hat bereits angezeigt, dass die Insolvenzmasse noch nicht einmal dazu ausreicht, alle seit der Verfahrenseröffnung angefallenen Forderungen zu befriedigen. Gelingt es ihm jetzt nicht, quasi in letzter Sekunde, weiteres Geld aufzutreiben, gehen die Gläubiger leer aus.

Totalausfall nennt man das, was den 522 Gläubigern des ehemaligen Vorzeige-, inzwischen aber insolventen IT-Händlers DiTech droht. 36,9 Mio. Euro an Forderungen wurden bislang angemeldet, 24,7 Mio. davon sollen laut KSV vom Insolvenzverwalter auch anerkannt worden sein. Aber egal ob anerkannt oder nicht, Geld werden die Gläubiger ohnehin (fast) keines sehen. "Nach wie vor sind die Quotenaussichten der Gläubiger als desaströs zu qualifizieren", so der Kreditschutzverband KSV.

 

"Der Masseverwalter hat angezeigt, dass die Insolvenzmasse nicht ausreicht, um die Masseforderungen zu erfüllen (Masseunzulänglichkeit)", heißt es nämlich in einer Bekanntmachung des Insolvenzverwalters in der Ediktedatei. Will heißen: derzeit reicht das Massevermögen nicht aus, die bestehenden seit Verfahrenseröffnung aufgelaufenen Masseforderungen zu befriedigen.

 

Seit der Anfang April beschlossenen Schließung von DiTech wurde der größte Teil des Warenlagers verkauft und die 22 Filialstandorte - mit Ausnahme der Zentrale - geschlossen. Aufgrund der großen Zahl von Beschäftigten sowie der hohen monatlichen Belastungen aus Mietforderungen für die Filialstandorte seien beträchtliche Kosten im Verlauf der Liquidation des Unternehmens angefallen, schreiben die Kreditschützer in ihrer Mitteilung. "Diese Kosten können aus heutiger Sicht nicht zur Gänze durch die erzielten Abverkaufserlöse aufgefangen werden."

 

Nach Ende des Abverkaufes will der Insolvenzverwalter prüfen, ob Anfechtungsansprüche oder Schadenersatzansprüche gegen Dritte bestehen. Wenn es dem Masseverwalter gelingen sollte, über diesen Weg weitere Mittel für die Masse zu lukrieren, wird es zu einer geringen Quotenzuteilung an die Gläubiger kommen können - im unteren einstelligen Prozentbereich, erwartet der KSV. "Im gegenteiligen Fall droht sämtlichen Gläubigern ein Totalausfall ihrer Forderungen."

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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