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Der streitlustige Milliardär: Ebay-Minderheitseigner macht Stunk

24.01.2014

Wird Ebay aufgespaltet? Nach Apple nimmt sich der schwerreiche US-Investor Carl Icahn nun den Online-Händler vor: Er hat sich ein knappes Prozent der Anteile gesichert und verlangt, dass der Internet-Handelskonzern seine erfolgreiche Bezahltochter PayPal abspaltet. Der Ebay-Verwaltungsrat lehnte das Ansinnen ab.

"Wir glauben nicht, dass eine Aufspaltung des Unternehmens der beste Weg ist, den Wert für die Anteilseigner zu steigern", heißt es seitens des Unternehmens. Ebay hatte PayPal 2002 zugekauft. Es ist das zweitwichtigste Standbein nach dem namensgebenden Marktplatz.

Es gebe "starke Synergien" zwischen den einzelnen Firmenteilen, sagte Ebay-Chef John Donahoe auf dem Wirtschaftssender CNBC. "Sie sind stärker zusammen." Der Gewinn des Konzerns war im vergangenen Jahr um neun Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar (2,14 Mrd. Euro) gestiegen.

 

PayPal wurde zuletzt immer bedeutender für Ebay. Während der gesamte Konzernumsatz im vergangenen Jahr um 14 Prozent auf 16 Milliarden Dollar stieg, konnte PayPal alleine um 19 Prozent auf 6,6 Milliarden Dollar zulegen. "Die Bezahlung ist Teil des Handels", heißt es aus dem Unternehmen. Gegen eine Abspaltung wolle man sich wehren.

 

Geschäftsmodell Aufspaltung

 

So leicht dürfte sich Icahn allerdings nicht abwimmeln lassen. Der 77-Jährige ist bekannt dafür, dass er mit einem kleinen Anteil bei Unternehmen einsteigt und dann versucht, dem Management seinen Willen aufzuzwingen. Er sucht sich dazu Verbündete und übt öffentlichen Druck aus - oft mit Erfolg.

 

Icahns Ziel ist es stets, den Wert seiner Beteiligung zu steigern. Das US-Magazin Forbes hat sein Vermögen auf mehr als 20 Milliarden Dollar geschätzt. Auch das Apple-Management muss sich derzeit mit ihm herumschlagen. Bei dem iPhone-Hersteller drängt er auf eine Aufstockung des laufenden Aktienrückkaufs. Die Apple-Führung um Tim Cook weigert sich jedoch bisher.

 

Um bei Ebay mitreden zu können, verlangt Icahn zwei Sitze im Verwaltungsrat. Die reine Bekanntmachung seines Einstiegs reichte bereits aus, um die Aktie in die Höhe schnellen zu lassen. Darüber hinaus kündigte Ebay an, den laufenden Aktienrückkauf um fünf Milliarden Dollar (3,7 Mrd. Euro) aufzustocken.

 

Ebay gehört zu den schärfsten Rivalen des führenden Online-Händlers Amazon, der einen eigenen Bezahldienst aufgezogen hat. Über die Ebay-Tochter PayPal lassen sich Einkäufe im Internet und mittlerweile in ersten Geschäften vor Ort bezahlen. PayPal kassiert dabei Gebühren von den Verkäufern.

 

Sony lehnte Abspaltung ab

 

Der US-Milliardär Daniel Loeb hatte 2013 Ähnliches mit Sony vor. Er wollte, dass der Konzern seine UE-Sparte abspaltet. Die Sony-Geschäftsführung weigerte sich allerdings.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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