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Der Stationär-Handel schlägt zurück: Online-Händler verlieren zunehmend die Gunst der Kunden

17.12.2013

Ein interessantes Ergebnis brachte der "Proposition Index 2013" der Unternehmensberatung OC&C Strategy Consultants, der alljährlich die beliebtesten Händler kürt. Fast alle erfolgreichen Onliner mussten in der Studie erhebliche Einbußen beim Kundenvertrauen hinnehmen. Online-Primus Amazon verliert sogar seinen Spitzenplatz in Deutschland.

Ob das schon die Folgen der andauernden Negativ-Schlagzeilen sind, lässt sich zwar nicht sagen. Fix ist aber, dass Amazon nicht mehr länger der beliebteste Händler Deutschlands ist. Die Bewertung sank im Vergleich zum Vorjahr um 7,7, also Rang 2. In Großbritannien, Frankreich und den USA konnte man die Nummer 1 dagegen erfolgreich verteidigen. Den Platz an der deutschen Sonne nimmt ab sofort die Drogeriemarktkette dm ein. Auffällig: Auch andere bekannte Online-Händler müssen sich stationären Händlern geschlagen geben.

 

„Amazon erzielt in Summe immer noch sehr gute Ergebnisse, dennoch vergrößert sich die Gruppe skeptischer Konsumenten. Das Unternehmen wird mit neuen Anforderungen konfrontiert, die denen von reifen Unternehmen in gesättigten Märkten mehr und mehr ähneln", meint Christian Ziegfeld, Partner bei OC&C. Diese Entwicklung werde Amazon unter Zugzwang setzen. "Das wird verstärkt durch einen Trend, der sich auf bewährte Konzepte besinnt", so Ziegfeld weiter.

 

Mit 84,2 von 100 möglichen Indexpunkten erringt mit dm erstmals ein stationärer Händler die Spitzenposition als bestes Handelsunternehmen, während die Online-Händler in den Kategorien Auswahl, Preisstellung und Vertrauen verlieren - so eine weitere Erkenntnis der Studie. Fanden sich im Vorjahr noch fünf reine Onliner unter den besten 20, sind es 2013 mit Amazon und eBay gerade mal zwei. Neu in den Top-3 ist übrigens die Parfümeriekette Douglas mit 81,1 Index-Punkten.

 

Ähnlich das Bild in der Textil-Rangliste, wo es Bonprix auf den ersten Platz schaffte – gefolgt von Esprit und Ernsting's Family. Zalando liegt trotz seiner permanenten TV-Werbepower nur auf Platz neun. Insgesamt hat der Index die sieben Branchen Unterhaltungselektronik, Telekommunikation, Lebensmittel, Textil, Drogerien, Baumärkte und Multisortimenter untersucht. Für die jährlich erscheinende Studie wurden 30.000 Konsumenten aus neun Ländern zu 660 führenden Handelsunternehmen befragt. Österreich ist in der Studie nicht gesondert vertreten. Hier gibt’s die komplette Studie zum Runterladen.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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