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Der Letzte schaltet das Radio ab: Philips hängt sein UE-Business vollständig an den Nagel

30.01.2013

Das war’s dann also mit dem (Lifestyle) Entertainment (LE). Für 150 Mio. Euro wird Philips sein komplettes UE-Business noch heuer an die japanische Funai abtreten. Damit endet eine der größten Ären in der Geschichte der Unterhaltungselektronik. Seit Mitte der 1920er Jahre hat Philips die UE-Welt maßgeblich mitentwickelt und mit der ersten Compact-Cassette oder dem ersten Videorekorder für den Privatgebrauch (Video 2000) entscheidend geprägt.   

Spätestens seit der Ausgliederung des TV-Bereichs war’s ja irgendwie schon abzusehen - so richtig daran glauben wollte bis heute allerdings kaum jemand. Selbst wenn Philips-Chef Frans van Houten bereits im Sommer des vergangenen Jahres ankündigte, „verschiedene Geschäftsmodelle“ für die Sparte zu prüfen. Die Meldung, dass man mit Funai nun handelseins sei, kam dann dennoch überraschend.

 

Marke Philips bleibt bestehen

 

Für 150 Mio. Euro wird Philips also sein komplettes UE-Portfolio - bestehend unter anderem aus Docking-Stations, Kopfhörern oder Blu-ray-Playern - an seinen langjährigen Partner Funai verkaufen. Dieser wird nebst den 150 Mio. auch jährliche Lizenzgebühren nach Holland überweisen, um die Marke Philips auch weiterhin nutzen zu können. Vorerst läuft dieser Vertrag auf fünfeinhalb Jahre. Durchgezogen wird der Deal (sofern die Behörden zustimmen) im Audiobereich voraussichtlich schon im zweiten Halbjahr 2013 werden, die DVD- und Blu-ray-Player dürfen aus Lizenzrechtlichen Gründen erst 2017 den Besitzer wechseln. Übrigens: Mit Funai verbindet Philips bereits eine längere Partnerschaft. In den USA etwa läuft der Vertrieb der Philips-Produkte bereits seit einiger Zeit über die Japaner.  

 

Mit dem jetzigen Verkauf beschleunigt Philips seine Konzentration auf die drei Bereiche Gesundheitstechnik, Lichttechnik und Kleingeräte. „Damit schließen wir den Ausstieg aus der Unterhaltungselektronik ab“, so van Houten bei der Präsentation der aktuellen Geschäftszahlen. Diese schauen gar nicht mal so schlecht aus: im vergangenen Quartal rutschte Philips wegen der Kosten für den Konzernumbau und einer EU-Kartellstrafe wegen Preisabsprachen im TV-Markt zwar in die roten Zahlen, übers Gesamtjahr konnte man 2012 allerdings wieder positiv wirtschaften.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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