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Der letzte Akt: Österreichischer Nikon-Servicepartner musste Insolvenz anmelden

27.11.2019

Das war’s dann also mit dem heimischen Nikon-Service. Der in Traiskirchen angesiedelte Servicepartner hat vor wenigen Tagen Insolvenz angemeldet. Damit müssen die neuen Servicestrukturen früher greifen, als eigentlich geplant.

„Bis 31. Dezember werden wir den Service sicherstellen“, hieß es noch auf eine Elektrojournal-Anfrage Anfang November. Gleichzeitig war in der Branche aber auch schon zu hören, dass Nikon Reparaturfälle von Hartlauer (vermutlich einer der „größeren“ Kunden, Anm.), bereits in die Reparaturcenter nach Tschechien und Düsseldorf umleitet. Die Frage, wie lange der wirtschaftlich unabhängig agierende Servicebetrieb so noch kostendeckend geführt werden kann, drängte sich geradezu auf – alles nachzulesen im aktuellen Print-Elektrojournal (11/2019) auf Seite 24.

Die Antwort darauf vermeldete der KSV1870 nun am 21. November: an diesem Tag wurde über die ESS Electronic Service und Support GmbH das Konkursverfahren eröffnet – auf Eigenantrag. Fünf Mitarbeiter sind von der Pleite betroffen.

Ja, nein, vielleicht …

Ebenfalls mit diesem Tag endete das Hickhack rund um die neue Nikon-Servicestruktur. Ursprünglich sollte diese ja bereits im Frühjahr umgesetzt werden, was schlussendlich aber scheiterte – über die genauen Gründe kann man an dieser Stelle nur spekulieren. Jedenfalls vollzog Nikon eine Kehrtwende und beließ – vorerst – alles beim Alten.

Klar war damals allerdings auch schon, dass die Umstellung mit Jahreswechsel 2019/20 vollzogen wird. Bis dahin wollte man sich mit ESS so verständigen, dass der Übergang möglichst reibungs- und konfliktlos klappt. Im Zuge dessen sollte unter anderem auch geklärt werden, was etwa mit den vorhanden Ersatzteilen und Spezialgeräten (Werkzeuge, Messgeräte usw.) passiert. Und selbst beim herbstlichen Händlermeeting wurde von den Offiziellen noch betont, dass man „niemanden in die Insolvenz treiben möchte“. Umso seltsamer mutet nun auch das Vorgehen in Sachen Hartlauer an – zumal es Nikon sicher klar war, dass ein solcher (Umsatz-)Ausfall nicht ohne Folgen bleiben dürfte.

Noch geht’s direkt nach Düsseldorf

Folgen, über die man offenbar nicht gerne spricht – und schon gar nicht liest. Kurzfristig war am Eingang zum Servicecenter nämlich ein Zettel angebracht, der Kunden darüber informierte, dass Nikon den Vertrag mit dem Servicecenter gekündigt habe, und dieses in der Folge Insolvenz anmelden musste. Einen Tag später war der Zettel allerdings wieder verschwunden. Über das Warum des Verschwindens wollte ESS gegenüber Elektrojournal Online übrigens keine Stellungnahme abgeben.

Schnell reagiert hat Nikon online. Auf der Webseite sind nämlich bereits die neuen Servicewege nachzulesen. Allerdings findet sich hier noch nicht (Stand: 27.11.2019, 14 Uhr) die Adresse von Salzburger Logistik-Hub, das ja plangemäß die Verteilung der Kameras nach Tschechien und Düsseldorf übernehmen soll, sondern die Adresse vom Nikon Zentralservice in Düsseldorf.

Interessant dürfte abschließend auch die Frage sein, was eigentlich mit jenen Kundenkameras passiert, die gerade bei ESS liegen ...? 

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