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Blitzschutzzonen-Konzept Gesamtdarstellung nach ÖVE-Ö-Norm-EN-62305-4.

Dehn Austria: Das Blitzschutz-Zonen-Konzept

04.07.2016

Welche Blitzschutzzonen es gibt, wie sie sich unterscheiden und wie man sie ganz praktisch errichten kann, erklärt Dehn Austria im folgenden Beitrag.

Elektrische und elektronische Systeme, die empfindlich auf kurzzeitige, energiereiche Überspannungen infolge der Blitzentladung reagieren, halten Gebäudemanagement-, Telekommunikations-, Steuerungs- und Sicherheitssystemen mit hohen Wachstumsraten Einzug in nahezu alle Bereiche der Wohn- und Zweckbauten.

Die Anforderungen, die durch den Eigentümer und Betreiber an die permanente Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit derartiger Systeme gestellt werden, sind sehr hoch. Der Schutz von elektrischen und elektronischen Systemen in baulichen Anlagen gegen Überspannungen, die durch den elektromagnetischen Blitzimpuls (LEMP) verursacht werden, beruht auf dem Prinzip der Blitzschutzzonen Lightning Protection Zone (LPZ). Danach ist die zu schützende bauliche Anlage in innere Blitzschutzzonen unterschiedlicher LEMP-Bedrohungswerte zu unterteilen.

Damit lassen sich Bereiche mit unterschiedlichen LEMP-Bedrohungswerten der Festigkeit des elektronischen Systems anpassen. Nach diesem flexiblen Konzept sind abhängig von Zahl, Art und Empfindlichkeit der elektronischen Geräte beziehungsweise Systeme geeignete LPZ definierbar, und zwar von kleinen lokalen Zonen bis zu großen integralen Zonen, die das gesamte Gebäudevolumen umfassen können. Abhängig von der Art der Blitzbedrohung sind innere und äußere Blitzschutzzonen entsprechend DIN-EN-62305-4 definiert:

Äußere Zonen: Die Zone LPZ-0 ist durch das ungedämpfte elektromagnetische Feld des Blitzes gefährdet und kann in inneren Systemen dem vollen oder anteiligen Blitzstrom ausgesetzt sein. Die LPZ-0 wird untereilt in:

  • LPZ-0A: Die Zone, die durch direkte Blitzeinschläge und das volle elektromagnetische Feld des Blitzes gefährdet ist. Die inneren Systeme können dem vollen Blitzstrom ausgesetzt sein.
  • LPZ-0B: Die Zone ist gegen Blitzeinschläge geschützt, aber sie ist durch das volle elektromagnetische Feld des Blitzes gefährdet. Die inneren Systeme können anteiligen Blitzströmen ausgesetzt sein.

Innere Zonen (geschützt gegen direkte Blitzeinschläge):

  • LPZ 1: Die Zone, in der Stoßströme durch Stromaufteilung und durch isolierende Schnittstellen und/oder durch SPDs (Surge Protective Device = Überspannungsschutzgerät) an den Zonengrenzen begrenzt werden. Das elektromagnetische Feld des Blitzes kann durch räumliche Schirmung gedämpft sein.
  • LPZ 2…n: Die Zone, in der sich Stoßströme durch Stromaufteilung und durch isolierende Schnittstellen und/oder durch zusätzliche SPDs an den Zonengrenzen weiter begrenzen lassen. Das elektromagnetische Feld des Blitzes Kann zudem durch eine zusätzliche räumliche Schirmung weiter gedämpft sein.

Errichten von Blitzschutzzonen

Bei der Realisierung der magnetischen Schirmdämpfung von Gebäude- oder Raumschirmen gilt: Besonders wichtig zur Abschirmung magnetischer Felder, und damit für die Errichtung von Blitzschutzzonen, sind bauseits vorhandene, ausgedehnte metallene Komponenten, wie Metalldächer und -fassaden, Stahlarmierungen in Beton, Streckmetalle in Wänden, Gitter, metallene Tragkonstruktionen und Rohrsysteme. Durch den vermaschten Zusammenschluss entsteht eine effektive elektromagnetische Schirmung.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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