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Angesichts der momentan schon hohen und zukünftig weiter steigenden Anforderungen besteht hierzulande ein großer Handlungsbedarf für eine bessere personelle und finanzielle Ausstattung im Bereich Datenschutz.

Datenschutz wird in Österreich als „Stiefkind“ behandelt

19.04.2017

Obwohl demnächst eine EU-Datenschutz-Verordnung in Kraft tritt, haben in Österreich noch viele Firmen keine internen Vorgaben bezüglich des Datenschutzes – selbst bei erkannter Gefährdung werden Maßnahmen nur zögerlich umgesetzt.

Im Mai 2018 tritt eine neue EU-Datenschutz-Grundverordnung in Kraft – den österreichischen Unternehmen bleiben daher noch 13 Monate, um ihren Datenschutz an die neuen Richtlinien anzupassen.

Dadurch wachsen die technischen und organisatorischen Herausforderungen für Österreichs Unternehmen. Gleichzeitig werden auch die Risiken erheblich größer, da die Datenschutzbehörde bei Verfehlungen drastische Bußgelder verhängen kann: Die Strafzahlungen können bis zu 800 Mal höher sein als bisherige Strafsummen und bis zu vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes ausmachen – je nach Größe des Unternehmens können Strafzahlungen viele Millionen Euro ausmachen, bislang lag die Obergrenze in Österreich bei 25.000 Euro pro Vergehen.

Gerade in Hinblick auf die potenziell existenzbedrohenden Strafen und Reputationsschäden wächst der Druck, den eigenen Datenschutz unter die Lupe zu nehmen – viele Unternehmen in Österreich haben auf diesem Weg noch einige Hausaufgaben zu erledigen.

Das sind Ergebnisse des Trendbarometers „Datenschutz in Österreich“ der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY.

Gottfried Tonweber, Senior Manager IT Advisory und Leiter Cyber Services bei EY Österreich: „Mit den erhöhten Anforderungen der neuen Verordnung führt kaum ein Weg an der Einrichtung eines Datenschutz-Management-Systems vorbei. Das betrifft grundsätzlich alle Unternehmen mit Mitarbeitern, insbesondere aber jene, die Daten ihrer Endkunden erheben und verarbeiten, wie beispielsweise Banken, Versicherungen und Handelsunternehmen.“

Der Datenschutz wird zwar bereits in mehr als zwei Drittel der Unternehmen als wichtiges oder sehr wichtiges Thema für das Top-Management eingestuft. Dennoch geben 80 Prozent der Studienteilnehmer an, dass im eigenen Unternehmen nicht genügend finanzielle und personelle Ressourcen für den Datenschutz zur Verfügung stehen.

Damit hinken Österreichs Unternehmen im internationalen Vergleich hinterher. So sind in Deutschland immerhin 57 Prozent der Datenschutzbeauftragten zufrieden mit ihrer Ressourcenausstattung.

Überhaupt nur jedes vierte befragte Unternehmen in Österreich ging bisher noch einen Schritt weiter und gibt an, Datenschutzrisiken angemessen in seinem zentralen Risikomanagement zu berücksichtigen.

Dazu Tonweber: „Gerade vor dem Hintergrund, dass die Hälfte der befragten Unternehmen in Österreich ihre Daten durch externe Dienstleister verarbeiten lässt, muss die Sensibilität für Datenschutzrisiken hierzulande deutlich gesteigert werden. In Zukunft wird eine positive Außenwahrnehmung in Hinblick auf Datenschutz ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil sein, umgekehrt können sich negative Medienberichte über Verfehlungen im Datenschutz existenzbedrohend auswirken.“

Auf dem Weg zu einem zeitgemäßen und gesetzeskonformen Datenschutzmanagement ist insbesondere die Geschäftsführung der Unternehmen gefordert – bleiben die Geschäftsführer untätig, verstoßen sie gegen ihre Sorgfaltspflicht und können belangt werden.

Der Trendbarometers „Datenschutz in Österreich“ von EY lässt sich hier kostenlos herunterladen: http://www.ey.com/Publication/vwLUAssets/EY-Trendbarometer_Datenschutz_in_%C3%96sterreich_2017/$FILE/EY%20Trendbarometer%20Datenschutz%20in%20%C3%96sterreich.pdf

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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