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Das Q1 für technische Konsumgüter: Nur die Kleinen und die Weiße im grünen Bereich

16.05.2014

Nach Abschluss der ersten drei Monate 2014 zeigte der Markt der technischen Konsumgüter ein Umsatzvolumen von 1,08 Milliarden Euro. Das sind um 3,2 Prozent weniger als im ersten Quartal 2013. Zumindest die Weißware bleibt aber im grünen Bereich.

Dieser Rückgang offenbarte sich schon Ende des letzten Jahres. Jedoch zählte vor drei Monaten die Telekommunikation noch zu den Gewinnern. Dieser Bereich musste nun einen leichten Rückgang (-1%) hinnehmen. Zweistelliges Minus verzeichnete der Fotobereich (-18%) bzw weitere Umsatzeinbußen ergaben sich auch bei Unterhaltungselektronik, IT und Office. Grund zur Freude im Handel gab es bei den Haushaltsgeräten – sowohl Klein- (+2,8%) als auch Großgeräte (+1,3%) bewegten sich im grünen Bereich.

Kleine ganz groß

Nach einem erfreulichen Jahresabschluss setzten die Elektrokleingeräte ihre Erfolgsgeschichte im ersten Quartal 2014 fort und verbuchten ein Umsatzplus von 2,8 Prozent. Den stärksten positiven Einfluss nahmen mit Espressomaschinen und Staubsaugern jene Produktgruppen, die zusammen die Hälfte des gesamten Kleingerätemarkts ausmachen. Darüber hinaus entwickelten sich praktische Küchenhelfer wie Küchenmaschinen und Standmixer weiterhin stark.

Die höchste prozentuelle Steigerung erreichten Haarschneidegeräte mit einem wertmäßigen Plus von 9,0%. Außerdem stachen Hairstylinggeräte nach längerer Talfahrt bereits das zweite Quartal in Folge positiv heraus: Aufgrund von Produktneuerungen stieg der Durchschnittspreis deutlich, wodurch trotz der weiterhin rückläufigen Nachfrage eine Umsatzsteigerung von 7,1% erzielt wurde.

 

Weiße Ware: Mit leichtem Plus ins Jahr 2014, Trend zu Dampfgarern

 

Die Nachfrage der Weißen Ware war im ersten Quartal 2014 fast durchgängig positiv. Abgesehen von Mikrowellen Herden und Dunstabzugshauben schafften alle Warengruppen mehr Geräte als im Vergleichszeitraum 2013 abzusetzen. Es konnte auch ein Umsatzplus von mehr als 2,6 Millionen Euro generiert werden.

Einen starken Wertzuwachs brachte die kleinere Warengruppe der Dampfgarer hervor. Der Trend ging hin zu den größeren (>35l Fassungsvermögen) und damit teureren Geräten. Österreichs Küchen wurden aber auch mit immer mehr Einbauöfen und Induktionskochfeldern ausgestattet. Speziell flexible Induktionskochfelder konnten sich mehr als verdoppeln – in Menge und Wert – bei einem stabilen Durchschnittspreis von rund 1.200 Euro.

 

Telekommunikation: Erstmals seit vier Jahren im roten Bereich

 

Der erfolgsverwöhnte Telekomsektor weist nach vier Jahren rasanten Wachstums erstmals einen Umsatzrückgang von 1,1% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf. Während Anfang des Jahres noch ein leichtes Umsatzplus auf Grund der anhaltenden Kaufverschiebung von einfachen Featurephones hin zu Smartphones auszumachen war, liegen im März d.J. erstmals auch die Smartphoneabsätze deutlich hinter dem Vorjahr zurück. Drei von vier Handys im abgelaufenen ersten Quartal waren bereits Smartphones und auch der Weg für die nächste Generation LTE ist mittlerweile gut vorbereitet: 38% aller zwischen Jänner und März verkauften Smart+Mobilephones sind LTE-fähig (vgl. 15% in Q1 2013).

Auch die weiteren Ausstattungskriterien der neuen Smartphones lassen keine Wünsche offen: beispielsweise hat bereits etwa jedes fünfte verkaufte Handy eine extrem hochauflösende Kamera mit mehr als 11,5 MP (vgl. 4% in Q1 2013). Anhaltend positiv haben sich die mobilen Accessoires wie Taschen, Headsets, Ladegeräte und Co entwickelt.

 

Unterhaltungselektronik: weiterhin im Minus

 

Der negative Trend in der Unterhaltungselektronik findet auch im ersten Quartal seine Fortsetzung. Mit einem Rückgang von 8,6% gegenüber dem ersten Quartal 2013 verließ der Rückgang zwar den zweistelligen Bereich, die Reduktion des Marktvolumens ist aber weiterhin deutlich.

Bis auf wenige Ausnahmen waren alle Produktgruppen von dem negativen Trend betroffen. Die Flachbildfernseher als gewichtigste Produktgruppe lagen 8,2% unter dem Vorjahresniveau. Hier konnten vor allem die stark steigenden Verkäufe der Ultra HD Falt TVs und die damit einhergehende Tendenz zu großen Bildschirmen (über 50 Zoll Bildschirm-Diagonale) den wertmäßigen Rückgang etwas eindämmen.

 

Foto: schwaches Q1

 

Im Bereich Foto zeigen alle Produktgruppen einen deutlichen Rückgang der Konsumnachfrage. Sowohl Kameras mit Wechselobjektiven, als auch Kompaktkameras und Wechselobjektive zeigten ein Minus, welches sich für den gesamten Bereich Foto zu einem Gesamt-Minus von 18,4% gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahres summierte. Lediglich das Segment der Compact System Cameras (als Teil der Kameras mit Wechselobjektiven) konnte mit einem Plus von 25% für ein Wachstum sorgen.

Sehr stark waren im Quartalsvergleich die Umsatzrückgänge bei den hochpreisigen Spiegelreflex-Kameras (SLR). Bei den Kompaktkameras (Fixed Lenses) konnte der leichte Anstieg des Durchschnittspreises den starken Mengenrückgang bei Weitem nicht kompensieren.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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