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Das Jahr der "Very Important Pleiten": Passiva-Rekord bei weniger Pleiten – auch im Handel

05.02.2014

Die Passiva von Firmeninsolvenzen haben wegen des massiven Auftritts von Großpleiten wie Alpine, dayli und Niedermeyer im Vorjahr laut Creditreform einen Rekordwert von rund sechs Mrd. Euro erreicht. Die Zahl der Firmenpleiten sank – auch im Handel. Betroffen waren mehr als 30.000 Arbeitsplätze. 2013 sei ein Jahr der "VIP - Very Important Pleiten" gewesen.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen sank um 8,3 Prozent auf 5.747 Verfahren, geht aus der heute, Dienstag, veröffentlichten Insolvenzstatistik des Gläubigerschutzverbandes hervor. Weniger Insolvenzen habe es zuletzt im Jahr 2003 gegeben. Die Passiva haben sich mit dem Rekordwert von 6 Mrd. Euro gegenüber 2012 mit 2,9 Mrd. Euro in etwa verdoppelt. Die Anzahl der eröffneten Verfahren sei um 4 Prozent auf 3.350 gesunken. In 2.397 Fällen (-13,6 Prozent) seien die Insolvenzanträge mangels Vermögen abgewiesen worden. Jedes sechste Verfahren sei als Sanierungsverfahren veröffentlicht worden.

 

Im Handel gab’s 978 Pleiten nach 1.141 im Vergleichsjahr 2012. Das ist also eine Rückgang von 163 Fällen bzw. 13,3 Prozent.

 
Größten Pleiten

 

Im Jänner 2014 war die Zahl der eröffneten Firmeninsolvenzverfahren mit 286 stabil, hieß es aus der Creditreform heute zur APA. Die Passiva gingen auf rund 100 Mio. Euro zurück, nach 143 Mio. Euro im Vorjahresmonat. Insgesamt waren im Jänner 2014 rund 1.900 (1.500) Dienstnehmer und 6.000 (7.400) Gläubiger betroffen.

 

Die Liste der Insolvenzen mit den höchsten Passiva 2013 wird laut Creditreform angeführt von der Alpine Bau GmbH (3,8 Mrd. Euro), gefolgt von der Alpine Holding GmbH (700 Mio. Euro), und der Polen-Tochter Alpine Bau Gmbh A-1 spolka jawna (160 Mio. Euro). Zu den Top-Ten gehören weiters dayli mit rund 90 Mio. Euro, der Anlagenbauer Doubrava (40 Mio. Euro), Niedermeyer (35,1 Mio. Euro), die zur Jet-Alliance- Gruppe gehörende AC Aircraft Sales & Consulting (35 Mio. Euro), Griffner Haus (33 Mio. Euro), Angerlehner Hoch- und Tiefbau (26 Mio. Euro) und die EuroBioFuels AG (22 Mio. Euro).

 

Innerhalb der einzelnen Bundesländer gab nur in Kärnten einen Anstieg (+3,7 Prozent) bei der Zahl der Firmeninsolvenzen. Die stärksten Rückgänge verzeichneten das Burgenland (-24,6 Prozent), Vorarlberg (-23,2 Prozent) und Wien (-11,4 Prozent). Die höchste relative Insolvenzbetroffenheit habe in Wien mit 21 Insolvenzen pro 1.000 Unternehmen geherrscht, heißt es in der heutigen Pressemitteilung. Österreichweit wurden im Durchschnitt rund 16 Insolvenzen pro 1.000 Unternehmen gezählt.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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