Direkt zum Inhalt
Bereits nach elf Stunden gab es eine Einigung.

Das ging flott: Gehälter im Handel steigen um 1,5 Prozent

22.10.2020

Nach nur knapp elf Stunden haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaft bereits in der ersten Verhandlungsrunde auf einen neuen Kollektivvertrag (KV) für die rund 415.000 Angestellten und 18.000 Lehrlinge im Handel geeinigt.

Die Gehälter und Lehrlingsentschädigungen steigen per 1. Jänner 2021 um 1,5 Prozent. Das entspricht der durchschnittlichen Inflationsrate der vergangenen zwölf Monate. Die von der Gewerkschaft geforderte Coronavirus-Prämie ist allerdings nicht Teil des neuen KV. Die Sozialpartner einigten sich aber auf eine Aufforderung an Betriebe, die es sich leisten können, eine Prämie in Höhe von 150 Euro auszuzahlen. Eine verpflichtende Prämie von 150 Euro gibt es aber für Lehrlinge im Handel, die während des Lockdowns per Verordnung vom Homeschooling ausgenommen waren und zur Arbeit herangezogen wurden.

Es war „heuer kein einfacher Weg“, sagte WKÖ-Handelsobmann Rainer Trefelik nach dem Abschluss der Verhandlungen. Mit dem Abschluss könne man aber die „gewünschte Kaufkraft sichern“. Auch gebe es Signale von großen Handelsbetrieben, dass sie die freiwillige Coronavirus-Mitarbeiterprämie ausbezahlen wollen, sagte der Handelsobmann. „Mit dem Abschluss wurde den besonderen wirtschaftlichen Gegebenheiten des Handels Rechnung getragen, und es konnte eine nachhaltige reale Gehaltserhöhung für alle Angestellten erzielt werden“, so die gewerkschaftliche Chefverhandlerin Anita Palkovich von der GPA-djp. „Zusammen mit den rahmenrechtlichen Verbesserungen ist es ein herzeigbares Ergebnis, von dem die Handelsangestellten langfristig profitieren.“ Bei überlangen Arbeitszeiten würden die Ruhezeiten verlängert, und zu Silvester gebe es einen Zuschlag ab 13.00 Uhr. Diese Rahmenrechtsänderungen treten bereits mit 1. Dezember in Kraft. Gleichzeitig wurde aber die Frist für den Umstieg auf das neue KV-Gehaltssystem für die Betriebe um einen Monat auf 1. Jänner 2022 verlängert. Seit Ende 2017 gibt es einen neuen Handels-KV mit höheren Einstiegsgehältern, seitdem läuft diese Übergangsfrist.

Der Handelsverband begrüßte den KV-Abschluss angesichts der schwersten Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg. „Vor diesem schwierigen Hintergrund gratulieren wir den Verhandlungspartnern zur Einigung. Arbeitnehmer und Arbeitgeber leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Arbeitsplätze im österreichischen Handel“, so Handelsverband-Chef Rainer Will in einer Aussendung.

Werbung

Weiterführende Themen

Branche
09.09.2020

Die 11. Ausgabe der bundesweiten „eCommerce Studie Österreich“ des Handelsverbandes und der Plattform „Versandhandel, eCommerce & Marktplätze“ in Kooperation mit der KMU Forschung Austria, ...

Brendan Lenane, Handelsverband-GF Rainer Will und Peter Osel bei der Überreichung des Austrian Retail Innovation Award 2020, Kategorie „Best Omnichannel Innovation“.
Branche
08.09.2020

Die nächste Generation in der Fachberatung hat einen Namen: smartZAC ist dynamisch, innovativ und umfassend – und wurde nun im Rahmen des Austrian Retail Innovation Award 2020 durch den ...

Damit der digitale Ausbau schneller vorangeht, werden zwei Millionen Euro in die Hand genommen.
Branche
07.09.2020

Der Handelsverband begrüßt das neue Förderprogramm "KMU.E-Commerce" für KMU-Händler. Zwei Millionen Euro werden in die Hand genommen, um den Ausbau des digitalen Vertriebs in Österreich ...

Branche
03.08.2020

Covid-19 hält die Welt im Würgegriff und sorgt laut aktuellen Zahlen des WIFO auch hierzulande für einen historischen Einbruch der Wirtschaftsleistung. Der Handel zählt dabei zu den am stärksten ...

Die EU lässt sich ab Juli 2021 steuerlich nicht mehr bis aufs letzte Hemd ausziehen...
Branche
21.07.2020

In gut einem Jahr herrscht endlich etwas mehr Fairness in der österreichischen Handelslandschaft: Mit 1. Juli 2021 wird die Steuer-Freigrenze für Online-Bestellungen unter einem Wert von 22 Euro ...

Werbung