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Gestiegen zum dritten Mal in Folge: Das Creditreform Klimabarometer hat einen neuen Höchstwert erreicht

Creditreform KMU-Umfrage: Konjunktur des Mittelstandes weiter auf Erfolgskurs

20.06.2018

Die Creditreform Wirtschafts- und Konjunkturforschung hat im Frühjahr 2018 an die 1.700 österreichische KMU nach der aktuellen Wirtschaftslage und den Ausblicken für die kommenden sechs Monate befragt. Die Ergebnisse sind erfreulich.

Viele Firmen können sich über vollere Auftragsbücher freuen
Erfreuliche Umsatzentwicklung: In den letzten Monaten haben 30,6 Prozent der Befragten steigende Umsätze verbuchen können

Das Creditreform Klimabarometer ist das dritte Jahr in Folge gestiegen ist und hat dank eines Zuwachses von 11,0 Zählern mit plus 27,6 Punkten einen neuen Höchstwert erreicht. Die Talsohle von 2015 ist überwunden, die Konjunktur erweist sich als robust und hat nachhaltig an Fahrt aufgenommen.

„Die Konjunkturindikatoren sprechen dafür, dass sich die positive Dynamik der österreichischen Wirtschaft in den nächsten Monaten fortsetzen wird. Abzuwarten bleibt jedoch, in welchem Umfang sich die protektionistische Handelspolitik der USA auswirken wird. Auch die Lage in Italien sowie der beginnende Ausstieg der EZB aus der Niedrigzinspolitik und der Anleihekäufe sind weitere Unsicherheitsfaktoren“, fasst Gerhard Weinhofer, Mitglied der Geschäftsleitung von Creditreform, die Situation zusammen.

Das Creditreform Klimabarometer basiert auf einer Umfrage unter circa 1.700 mittelständischen Betrieben in Österreich. Der Index setzt sich zusammen aus den Einschätzungen der Befragten zum eigenen Betrieb, zur eigenen Branche sowie zur konjunkturellen Lage allgemein. Dabei fließen in die Gesamtbewertung des Konjunkturklimas sowohl die Äußerungen zur aktuellen Lage als auch zur zukünftigen Entwicklung ein. Aus den positiven und negativen Antworten werden jeweils Salden gebildet, die wiederum die Berechnungsgrundlage für den Gesamtindex bilden. Das Klimabarometer zielt in erster Linie auf die Stimmung im Mittelstand ab.

Größter Aufschwung bei Dienstleistungsbranche

In allen vier Hauptwirtschaftsbereichen konnten die Vorjahresergebnisse getoppt werden. Den größten Aufschwung in Höhe von 15,4 zusätzlichen Zählern und das beste Ergebnis mit plus 31,2 Punkten erreicht im Frühjahr 2018 die Dienstleistungsbranche. Nur unwesentlich geringer sind die Frühjahrsergebnisse beim Verarbeitenden Gewerbe (plus 29,9 Punkte) sowie in der Baubranche (plus 28,2 Punkte) ausgefallen. Der Handel erreichte mit plus 21,7 Punkten auch noch ein respektables Ergebnis.

Bester Auftragsstand seit 2011

Dass die Konjunktur weiter im Aufwind ist, lässt sich auch am steigenden Auftragsaufkommen der mittelständischen Betriebe im Land ablesen. Wie bereits im Frühjahr 2017, so konnten sich auch in den ersten Monaten dieses Jahres viele Firmen über vollere Auftragsbücher freuen. Der Saldo aus gestiegenen und gesunkenen Aufträgen ist im zweiten Jahr in Folge im positiven Bereich und hat sich mit einem aktuellen Ergebnis von plus 19,4 Prozentpunkten mehr als verdoppelt.

Umsatzentwicklung wieder positiv

Die Umsatzentwicklung der mittelständischen Betriebe in Österreich hat sich in den letzten zwölf Monaten positiv entwickelt. Der Saldo aus gestiegenen und gesunkenen Umsätzen ist nach fünf Jahren erstmals wieder im positiven Bereich und erreichte einen guten Wert von plus 13,0 Prozentpunkten (Vorjahr: minus 0,9 Prozentpunkte). In den letzten Monaten haben 30,6 Prozent der Befragten steigende Umsätze verbuchen können (Vorjahr: 23,8 Prozent), während 17,6 Prozent der Mittelständler Umsatzeinbußen verkraften mussten (Vorjahr: 24,7 Prozent).

Die meisten Umsatzzuwächse gab es beim Verarbeitenden Gewerbe (36,4 Prozent; Vorjahr: 25,0 Prozent). Beim Handel meldeten 31,4 Prozent der Befragten ein Umsatzplus (Vorjahr: 31,4 Prozent), bei der Dienstleistungsbranche 30,3 Prozent (Vorjahr: 24,4 Prozent) und beim Bau 22,2 Prozent (Vorjahr: 8,6 Prozent).

Erfreuliche zukünftige Umsatzentwicklung

Die Umsatzerwartungen der KMU sind heuer zuversichtlicher als noch vor einem Jahr. Der Saldo aus steigenden und sinkenden Umsätzen beträgt plus 32,5 Prozentpunkte (Vorjahr: plus 17,7 Prozentpunkte). Mit steigenden Umsätzen kalkulieren derzeit 40,6 Prozent der mittelständischen Unternehmer (Vorjahr: 30,3 Prozent) und 8,1 Prozent rechnen eher mit sinkenden Umsätzen in den kommenden Monaten (Vorjahr: 12,6 Prozent).

Die beste Stimmung herrscht derzeit beim Dienstleistungsgewerbe: Fast die Hälfte der Dienstleister (45,2 Prozent; Vorjahr: 29,8 Prozent) rechnet mit einem Umsatzplus, wohingegen nur 5,2 Prozent (Vorjahr: 12,2 Prozent) ein Umsatzminus befürchten. Der Erwartungssaldo beträgt daher plus 40,0 Prozentpunkte (Vorjahr: plus 17,6 Prozentpunkte). Mit einem deutlichen Abstand folgen beim Saldo das Baugewerbe (plus 32,1 Prozentpunkte; Vorjahr: plus 17,3 Prozentpunkte) sowie das Verarbeitende Gewerbe (plus 30,9 Prozentpunkte; Vorjahr: plus 17,7 Prozentpunkte) und der Handel mit plus 25,7 Prozentpunkten (Vorjahr: plus 18,2 Prozentpunkte).

Gute Stimmung im heimischen Mittelstand

Alle Indikatoren zeigen eine gute Wirtschaftslage der österreichischen KMU, so die Creditreform, auch die zukünftigen Erwartungen fallen positiv aus. Brummende Exporte und eine konstante Konsumlaune sowie eine generell starke Konjunktur in Europa lassen allen Grund zur Freude zu. Zwei Unsicherheiten bestehen jedoch: ein drohender Handelskrieg mit den USA und eine damit einhergehende Gefährdung des weltweiten Wachstums sowie die politischen Unwägbarkeiten in Italien mit den Risiken für die Eurozone. Hingegen sind das schleichende Ende der Niedrigzinsphase und der steigende Ölpreis bereits eingepreist.

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