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Anfang Jänner trifft sich die Elektronikbranche in Las Vegas bei der CES, der wichtigsten Technik-Messe des Jahres

CES 2018: Künstliche Intelligenz für alle Lebenslagen

09.01.2018

Vom 9. bis 12. Jänner 2018 öffnet wieder die CES, die Consumer Electronics Show, in Las Vegas ihre Türen. Zu den Techniktrends zählen neben digitalen Sprachassistenten weiterhin das Internet der Dinge, die Mobilität 4.0 und der Bereich der Wearables.

Traditionell startet die IT- und CE-Branche mit der CES, der Consumer Electronics Show, in Las Vegas ins neue Jahr. Mit mehr als 3900 Ausstellern und rund 170.000 Besuchern gehört die Messe im US-Bundesstaat Nevada zu den wichtigsten Messen der weltweiten Unterhaltungsindustrie. Jeden Jänner treffen sich daher die Branchengrößen im Las Vegas Convention Center.

Kurzfristige Krisen-PR

Einer der Redner bei der diesjährigen Eröffnung war Intel-Chef Brian Krzanich. Er betonte, dass bis jetzt nichts darauf hindeutet, dass es durch die Sicherheitslücken in den Computer-Prozessoren zu Datenverlusten gekommen sei. Dennoch will Intel binnen einer Woche Schutzmaßnahmen gegen die Schwachstellen der Computerchips für 90 Prozent ihrer Prozessoren veröffentlichen. Für die restlichen Intel-Chips soll das Sicherheits-Update bis Ende des Monats herausgebracht werden.

Alles läuft wieder gut

Auch bei Sony soll es keine Krise (mehr) geben, das verkündete Sony-Chef Kazuo Hirai auf einer Pressekonferenz am ersten Messetag in Las Vegas. "Selbst wenn viele von Ihnen ein Smartphone haben, das nicht von Sony stammt, haben die meisten von Ihnen doch ein Stück Sony in der Tasche, denn in vielen Smartphones stammt beispielsweise das Kamerasystem von uns", betonte Hirai. Und nutzte den Auftritt, um auf eine Serie von neuen oder verbesserten Produkten Aufmerksam zu machen. Zu den auf der CES präsentierten Neuheiten gehörten unter anderem neue Fernseher, kabellose Kopfhörer und Lautsprecher. Auf ein größeres Echo stieß der Projektor LifeSpace UX, in den mehrere Lautsprecher eingebaut sind. Das Gehäuse in der Form eines kleineren Schranks richtet sich an Anwender, in ihrer Wohnung wenig Platz für einen größeren Fernseher und mehrere im Raum verteilte Lautsprecher haben.

Nützliche und kuriose Geräte

Doch schon wie im letzten Jahr sind die Vernetzung von Geräten und Gegenständen per Internet und Neuheiten aus dem Bereich Smart Home das übergeordnete Thema. Einer der Hauptrollen dabei spielen laut dem Digitalverband Bitkom die digitalen Sprachassistenten wie Amazon Echo oder Google Home. Die neuen Sprachassistenten verfügen über einen großen Funktionsumfang und können mit diversen Smart-Home-Anwendungen vernetzt werden. Nach einer aktuellen Befragung aus dem Juni 2017 im Auftrag des Bitkom würden ein Viertel der Deutschen Bürger ab 14 Jahren (26 Prozent) Sprachassistenten zu diesem Zweck nutzen.

Immer wichtiger im Bereich Smart Home wird auch das Internet der Dinge, die intelligente Vernetzung von Gegenständen, die per Internet kommunizieren und so verschiedene Aufgaben für ihren Besitzer erledigen.  Dazu zählen etwa Smart-TVs, über die Video-on-Demand-Angebote direkt aus dem Internet abrufbar sind. Aber auch Steuerungen etwa von Heizungen und Saugrobotern über das Smartphone. Für die Messebesucher gibt es diesbezüglich auch kuriose Geräte zu bestaunen. Zum Beispiel ein selbstreinigendes Katzklo, das über Smartphone Bescheid gibt, wenn der Behälter ausgeleert werden muss.

Völlig entspannte Autofahrten

Aber nicht nur Informationen sollen in Zukunft leicht abrufbar sein. In Las Vegas wird gerade eine Vision einer Welt präsentiert, in der selbstfahrende Autos zu jeder Zeit abgerufen werden können. Staus oder die zeitraubende Suche nach Parkplätzen oder Tankstellen sollen dann

der Vergangenheit angehören - drahtlos miteinander kommunizierende Autos widmen sich zuverlässig der Eintönigkeit des Straßenverkehrs und garantieren einen störungsfreien und effizienten Ablauf. Ein solches "Auto der Zukunft" stellt in Las Vegas etwa das Start-up-Unternehmen Byton aus China vor. Das "intuitive und intelligente" Elektrofahrzeug soll ab 2020 weltweit für umgerechnet 37.000 Euro erhältlich sein - und dazu beitragen, Milliarden von im Stau vergeudeten Stunden einzusparen. Genutzt werden könnte diese Zeit "für andere Dinge, die so viel erfüllender sind", sagt Byton-Vizechef Hendrik Wenders. Grundsätzlich geht es auf der CES 2018 bei der Mobilität aber um verschiedene Fahrzeug-Innenraum-Konzepte. Zum Auto der Zukunft gehören neben der autonomen Fahrweise auch holographische Displays, Popup-Lenkräder und biometrische Sensoren, die die Vitalwerte des Fahrers messen.

Diagnose per Augenbewegung

Gerade im Bereich im Gesundheit und Medizin gibt es aus technischer Sicht gewaltige Fortschritte, wie Robin Raskin, Leiter der CES-Sparte "Living in Digital Times" (Leben in digitalen Zeiten), betont. So wird auf der Messe etwa eine Technologie des Start-ups Righteye gezeigt, mit der die Augenbewegungen von Nutzern erfasst wird und so Gehirnerschütterungen, Autismus und Parkinson-Erkrankungen entdecken entdeckt werden sollen.

Aber nicht nur die Autos oder das Gesundheitswesen werden der CES-Vision zufolge immer smarter, auch die Städte der Zukunft: Während sich immer größere Teile der Weltbevölkerung den großen Ballungsgebieten zuwenden, regeln dort Sensoren und über die Cloud vernetzte Kameras die Bedürfnisse der Bewohner und kümmern sich um die Müllentsorgung, Recycling oder Reparaturen. Unzählige weitere Aufgaben übernehmen Roboter - von Patrouillengängen an der Küste zur Bekämpfung von illegalem Fischfang bis zur Pflege der alternden Gesellschaft.

Naiver Optimismus?

Auch der Technologiekonzern Bosch hat den Straßenverkehr und das Stadtklima ins Visier genommen. Und stellt eine Messstation für die Luftqualität im Straßenverkehr vor, die deutlich günstiger ist als bisher verwendete Systeme. "Die meisten Mikroklima-Monitoringsysteme haben ungefähr die Größe von Schiffscontainern und sind recht teuer", erklärt Stefan Hartung, Mitglied der Bosch-Geschäftsführung. Das gemeinsam mit dem Chiphersteller Intel entwickelte Bosch-System "Climo" sei nur ein Hundertstel so groß und koste etwa ein Zehntel. "Climo" sei nur ein Baustein für eine breiter angelegte Strategie für "Smart Cities", betonte Hartung. Nach einer

von Bosch in Auftrag gegebenen Studie wächst der Markt jährlich um 19 Prozent und wird 2020 ein Volumen von 680 Milliarden Euro erreichen. Außerdem stellt Bosch auch den Nachfolger für den Notfallstecker "Retrofit eCall" für das Auto vor, den Bosch seit 2016 anbietet. Bisher meldete der Adapter, der in eine 12-Volt-Buchse gestöpselt wird, bei einem Unfall die Position des Autos an eine Notrufzentrale, nun kann der Stecker  mittels eines Sensors auch das Fahrverhalten überwachen.

Auf der Messe trifft man aber auch auf Kritiker des Fortschritts, wie Analyst Bob O´Donnell von Technalysis Reseach. „"Technologie wird als Allheilmittel angesehen. Aber sie kann auch gesellschaftliche Probleme verursachen", warnt er.  Sorgen gibt es etwa bei der Cyberkriminalität oder bei Schwachstellen, wie den jüngst bekannt gewordenen Sicherheitslücken in Computer-Prozessoren. Der Optimismus der Branche könne sich seiner Meinung nach so als "naiv" erweisen. (apa/Bitkom/Alice Rienesl)

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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