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„CES 2008“: Weniger Besucher, mehr Themen und eine unnötige Status-Diskussion

15.01.2008

Neben jeder Menge Produkt-Neuheiten (siehe die Elektrojournal Online-Berichte Splitter I und Splitter II) und einer überraschend schnellen Wende im DVD-Nachfolge-Krieg entspinnt sich nun auch eine Diskussion um den Titel "weltgrößte CE-Messe".

Über das Topthema der diesjährigen CES muss man wohl nicht lange nachdenken. Der Kampf Blu-ray gegen HD-DVD scheint entschieden - schneller, als sich das viele Branchenbeobachter im Vorfeld hätten träumen lassen.

Der ausrichtende US-Verband Consumer Electronics Association (CEA) zog nun ein erstes Fazit: Auf 166.000 qm hatten etwa 2.700 Unternehmen aus aller Welt rund 20.000 Produkte vorgestellt. CEA-Chef Gary Shapiro bezeichnete die Messe als "großen Erfolg". Den ersten Angaben zufolge zog die CES in diesem Jahr 130.000 Besucher an. Das wäre im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang: Damals waren 140.000 Interessenten durch die Hallen gewandert. Endgültige Zahlen gibt's aber erst im Mai.

Damit ist die CES die - nach der IFA - zweitgrößte UE-Messe der Welt. Doch gerade um dieses Ranking zeichnet sich nun ein Streit zwischen den IFA- und den CES-Veranstaltern ab. Die Berliner Veranstalter widersprechen nämlich einer Aussage von CEA-Chef Shapiro, wonach die CES sogar die weltgrößte UE-Messe sei. "Mit 222.780 Besuchern ist die IFA deutlich größer als die CES", meint IFA-Direktor Jens Heithecker in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Schon wenn man sich allein die Zahl der Fachbesucher anschaue, liege die IFA vor der CES.

Heithecker wies damit die Kritik von Shapiro zurück, dass bei der IFA die Besucher mehrfach gezählt würden und somit die Besucherzahlen nicht mit der CES vergleichbar seien. "Die IFA wird seit 2006 nach amerikanischem Standard gezählt." Für die IFA-Zahlen sei nicht relevant, wie oft ein Besucher das Messegelände verlasse und betrete. Jeder Teilnehmer werde genau wie in den USA nur einmal erfasst. Bei der IFA-Besucherzahl von 222.780 sei jedoch die Gesamtzahl der Aussteller nicht enthalten. Denn die würden bei der CES als Besucher mitgezählt.

Laut der offiziellen CES-Bilanz 2007 setzt sich die Gesamtzahl der 143.695 CES-Besucher aus der Summe von Fachbesuchern, Journalisten und Fotografen, Analysten und Konferenzteilnehmern zusammen, zu denen auch 49.975 Mitarbeiter von Ausstellern gehören. Zur IFA 2007 seien allein 101.358 Fachbesucher gekommen - also deutlich mehr als zur CES, die bei den Fachbesuchern 2007 auf 82.509 kam. Hinzu kommen bei der IFA noch 114.758 Privatleute, während die CES als reine Fachmesse keinen Publikumsverkehr ausweist.

Heithecker betonte gleichzeitig, dass statistische Erhebungen nur bedingt tauglich seien, um den Wert einer Messe zu messen. "Am Ende zählt, ob der Aussteller die Besucher in der richtigen Zahlenqualität an seinen Stand bringen konnte." Auf der IFA würden 2,8 Millionen Euro Umsatz in sechs Tagen geschrieben, während die CES eine reine Ankündigungsmesse und keine Ordermesse sei.

Was Fachbesucher und Medien betreffe, decke die IFA in Europa alle relevanten Märkte ab. Und dies bringe den Erfolg: "Die CE-Branche fokussiert weltweit auf die IFA und die CES. Hierbei hat die CES für den nordamerikanischen Markt die Bedeutung, die die IFA für den europäischen Markt hat, gepaart mit weltweiter Ausstrahlung."

Womit wahrscheinlich auch schon alles gesagt wäre…

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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