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Ceconomy als neue Media-Saturn-Mutter: alle Details zur Metro-Aufspaltung

16.12.2016

Der Handelsriese Metro nimmt seine Aufspaltung in Angriff. Unter dem Dach des neuen Konzerns Cecnonmy wird das Elektronikhandelsgeschäft um Media Markt, Saturn und Redcoon gebündelt werden. Billig ist der Spaß aber nicht. Für die Aufspaltung muss Metro rund 100 Millionen Euro blechen. Alle Details zur Aufspaltung.

Metro-Chef Olaf Koch will mit dem Schritt die getrennten Metro-Teile schlagkräftiger und für Investoren attraktiver machen. Erst einmal muss der Handelsriese aber tief in die Kasse greifen: Rund 100 Millionen Euro kostet die Trennung, an deren Ende zwei im MDax notierte Unternehmen stehen sollen. Entstehen sollen 2017 im Detail zwei  Konzerne. Schon Ende September wurden die beiden Firmenteile organisatorisch getrennt. Bei der Hauptversammlung am 6. Februar soll die Aufspaltung dann besiegelt werden.

 

  • Konzern Nummer 1: Ceconomy für den Elektrohandel

Europas größter Elektronikhändler vereint Media Markt, Saturn und Redcoon unter einem Dach und soll künftig Ceconomy heißen. Die Zentrale der Holding soll in Düsseldorf stehen. Chef ist der Niederländer Pieter Haas. Media-Saturn hatte zuletzt einen Jahresumsatz von rund 21,9 Mrd. Euro eingefahren - gut ein Drittel des Konzernumsatzes der Metro. Elektrojournal Online berichtete.

Mit rund 65.000 Mitarbeitern und insgesamt mehr als 1.000 Märkten ist Media-Saturn in 15 Ländern Europas vertreten. Mehr als die Hälfte des Umsatzes erwirtschaftet sie außerhalb des deutschen Heimatmarktes.

Media-Saturn setzt auf eine enge Verknüpfung zwischen Online-Geschäft und den lokalen Filialen, knapp zwei Milliarden Euro Umsatz kommen aus dem Online-Geschäft. Metro kontrolliert fast vier Fünftel der Media-Saturn-Anteile, gut ein Fünftel gehört dem streitbaren Media-Saturn-Mitgründer Erich Kellerhals. Kellerhals liefert sich seit Jahren mit Metro einen erbitterten Machtkampf um das Sagen bei Media-Saturn.

 

  • Die Querschüsse von Kellerhals

Media-Saturn-Chef Haas soll nun die Leitung der Ceconomy übernehmen. Bei Kellerhals hatte das in der Vergangenheit wenig Freude ausgelöst: "Haas sollte besser freiwillig seine CEO Position aufgeben (und) das Unternehmen verlassen", schrieb er auf seiner Internet-Seite. Immerhin: Derzeit versucht der Investor Clemens Vedder, als Vermittler neue Lösungsmöglichkeiten auszuloten. Kellerhals hat Kritik an Koch, Haas und Metro inzwischen von seiner Internet-Seite entfernt. Metro sieht indes keinen zwingenden Handlungsbedarf in der Causa Kellerhals. Man habe "maßgebenden Einfluss auf die Führung der Geschäfte", stellte der Konzern in den Dokumenten für die Aufspaltung klar. Zudem könnte Ceconomy auch "die Konsolidierung in der Branche anführen". Kellerhals' würde durch Zukäufe weiter an Einfluss verlieren.

 

  •  Konzern Nummer 2: Metro für Lebensmittel und Großhandel

Koch soll den Plänen zufolge Chef des neuen Großhandels- und Lebensmittel-Spezialisten werden, der weiter unter dem Namen Metro firmiert. Dieser soll abgespalten werden und vor allem die Cash&Carry-Märkte sowie die Supermarktkette Real umfassen. Cash&Carry betreibt rund 750 Großhandelsmärkte in 25 Ländern - darunter Wachstumsmärkte wie China oder Indien. Auch in Osteuropa, vor allem aber in Russland, hat die Kette eine starke Position.

 

  • Die Aktionäre

Die Metro-Aktionäre sollen im Zuge der Abspaltung Aktien der neuen Gesellschaft erhalten. Das Zuteilungsverhältnis beträgt 1:1 - für jede Metro-Stammaktie wird eine Stammaktie des Lebensmittelhändlers gewährt, ebenso für jede Vorzugsaktie, kündigte Metro an. Die heutigen Metro-Aktionäre werden künftig zusammen 90 Prozent an der neuen Lebensmittel- und Großhandels-Gesellschaft halten. Zehn Prozent der Anteile bleiben bei der künftigen Ceconomy, die damit wertvoller gemacht werden soll.

 

  • Die Kosten

Metro muss für die geplante Aufspaltung tief in die Tasche greifen. "Die Gesamtkosten der Aufteilung der Metro Group und ihrer Durchführung werden sich auf insgesamt rund 100 Millionen Euro belaufen", teilte Metro mit. Rund 24 Mio. Euro der Kosten seien bereits aufgelaufen. Beide Unternehmen erfüllten die Kriterien für eine Aufnahme in den MDax und sollten dort gelistet werden. Koch wird Chef des Lebensmittelhändlers werden, Media-Saturn-Chef Pieter Haas ist designierter Vorstandsvorsitzender der Ceconomy.

  

  • Die Zukunft

Der deutsche Handelsriese Metro segelt in ruhigem Fahrwasser seiner Aufspaltung entgegen. Das Unternehmen sei "für die erfolgreiche Aufteilung auf einem guten Weg", versicherte er am Mittwoch. Nach einem guten Start in das wichtige Weihnachtsquartal traut sich Metro im laufenden Geschäftsjahr 2016/17 - in der aktuellen Struktur - leichte Zuwächse bei Umsatz und operativem Ergebnis zu. Bei der Hauptversammlung am 06. Februar soll die Aufspaltung dann besiegelt werden. Bis zum Sommer können dann beide Unternehmensteile getrennt in See stechen.

Autor/in:
APA – Austria Presse Agentur / Redaktion
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