Direkt zum Inhalt

BS Handel und AK fetzen sich wegen Preisvergleichen und BWB-Rechten: Einzelhandel mit realem Minus

01.08.2013

Die AK verlangt mehr Rechte für die Bundeswettbewerbsbehörde. Die Bundessparte Handel will bei dieser Diskussion mit eingebunden werden. Sie greift die AK zudem scharf wegen der Preisvergleiche an. Was den stationären Einzelhandel im H1 angeht: nominell gab es zwar ein Plus von 0,3 Prozent, real allerdings ein Minus von 1,8 Prozent.

AK-Chef Rudi Kaske fordert im Ö1-Mittagsjournal mehr Kompetenzen für die Bundeswettbewerbsbehörde ein. Die AK habe es bereits geschafft, die BWB "in der einen oder anderen Geschichte hörig zu machen" und diese sei schließlich auch "fündig geworden - teilweise gab es ja auch empfindliche Strafen.“ Nun gehe es darum, der BWB noch mehr Kompetenzen zu geben, es gebe "in vielen Bereichen mehr zu tun". Kaske glaubt, dass in der kommenden Legislaturperiode „auf gesetzlicher Ebene etwas weitergehen wird". So solle die BWB Verfahren künftig öffentlich halten, Strafen möglicherweise erhöhen.

 
BS Handel will mit eingebunden werden

Laut Rene Tritscher, Geschäftsführer der Bundessparte Handel, stünden die Handelsvertreter derzeit in einer intensiven Diskussion darüber, wie das Wettbewerbsrecht weiter ausgestaltet werden könne. Bisherige Intentionen seitens der BWB begrüße man. Vorschläge sollten aber in einer großen Plattform unter Einbindung des Einzelhandels vonstattengehen. Mehr Rechtssicherheit sei jedenfalls zu begrüßen - "zum Beispiel für Preisverhandlungen zwischen Einkäufern und Verkäufern".

 

Streit um Preisvergleiche

 

Scharf kritisieren Handelsvertreter die AK Vertreter für deren Preisvergleiche. "Wir fordern mehr Sachlichkeit ein", sagt Handelsobfrau Bettina Lorentschitsch. Man müsse sich längerfristige Entwicklungen bei den Preisen anschauen, als es die AK tue, schlägt Peter Voithofer von der KMU Forschung Austria in die selbe Kerbe. Und Tritscher spricht von einer "völlig willkürlichen Auswahl der AK" bei den Vergleichsprodukten und von „völlig unzureichenden Vergleichen“. Er spielt konkret auf Vergleiche zu Produkten des täglichen Bedarfs an.

Für den Elektrohandel gelten natürlich andere Regeln als für Produkte des täglichen Bedarfs. Eh klar. Die Forderung nach einheitlichen europäischen Rahmenbedingungen, nach einem einheitlichen Arbeits-, Steuer- und Umweltrecht sind nicht neu. Denn vor allem günstigere Online-Versender machen der Branche zu schaffen.  

 
"Die Menschen spüren steigende Preise"

Zurück zum Streit zwischen Handel und AK: Lorentschitsch erinnerte, dass in Österreich bei den Handelsangestellten zu 100 Prozent der KV angewendet werde, was etwa in Deutschland nicht der Fall sei. "Die Menschen spüren steigende Preise", hält Kaske entgegen. Seine Organisation mache es sich mit den Preisvergleichen "nicht einfach". Er lasse jedes Argument gelten, sagte er auf Produktqualität und höhere Lohnkosten in Österreich angesprochen. Im Herbst werde man sich mit dem Handel zusammensetzen, "dann schauen wir einmal".

 

"Es gab mehr Geschäfte mit einem Umsatzminus als mit einem Umsatzplus"

 

Preisdebatten hin, Preisdebatten her, die Umsätze im stationären Einzelhandel - also ohne Internethandel und Großhandel - in Österreich lagen im ersten Halbjahr 2013 jedenfalls nominell um 0,3% über dem Vorjahresniveau, ergab eine aktuelle Erhebung der KMU Forschung Austria. Dass dem Handel aber ein raueres Konjunkturklima entgegenschlägt, zeigt der Rückgang des realen Umsatzes um 1,8 Prozent. Insgesamt setzte sich die Umsatzentwicklung des zweiten Halbjahres 2012 auch in der ersten Jahreshälfte 2013 fort. In absoluten Zahlen betrug der Umsatz im stationären Einzelhandel netto rund 26 Milliarden Euro.

 

"Es gab mehr Geschäfte mit einem Umsatzminus als mit einem Umsatzplus", erklärte Betriebswirt Peter Voithofer von der KMU Forschung Austria. 49 Prozent der Einzelhandelsgeschäfte verzeichneten ein nominelles Umsatzminus, nur 38 Prozent ein Plus, bei 13 Prozent verlief die nominelle Umsatzentwicklung konstant, wie die KMU Forschung Austria für die Wirtschaftskammer erhob. "Wir hätten gerne mehr Dynamik, sind aber froh über die Stabilität", sagt Voithofer.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
Werbung

Weiterführende Themen

Branche
20.06.2014

Im Kapfenberger Einkaufszentrum ECE hat ElectronicShop24 eine neue Heimat gefunden. Zur Neu-Eröffnung konnte der Elektrofachhändler aus der EP:-Verbundgruppe auf umfangreiche Unterstützung der ...

Branche
10.06.2014

Die Gesellschafter von Conrad Electronic und Hannes Kofler, bislang Geschäftsführer für den Bereich International, haben sich zur Beendigung der Zusammenarbeit entschlossen. Die Trennung sei ...

Branche
05.06.2014

KMU Forschung Austria hat nach 2007 und 2011 neuerlich eine umfassende Analyse des heimischen Internet-Einzelhandels durchgeführt. Die Ergebnisse präsentierte jetzt Handelsobfrau Bettina ...

Branche
03.06.2014

In tiefer Sorge sei er darüber, wie Olaf Koch Media-Saturn verwaltet. Das schreibt Erich Kellerhals auf seiner Homepage. Von unternehmerischer Führung könne keine Rede sein. In der Presse lanciere ...

Branche
28.05.2014

Die Schlammschlacht um die Macht bei Media-Saturn ist spätestens seit Minderheitseigner Erich Kellerhals im Alleingang einen neuen MSH-Chef sucht, endgültig zur Posse geworden. Jetzt setzt Metro ...

Werbung