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Bessere Schutzmaßnahmen gefordert: Französisches Gericht bremst Amazon kräftig ein

15.04.2020

Amazon muss in Frankreich – einem Gerichtsbeschluss zufolge – bis auf weiteres Teile seiner Versand- und Lageraktivitäten einstellen. Außerdem drohen empfindliche Strafen, wenn Sicherheitsauflagen nicht erfüllt werden.

Seit Mitte März demonstrieren Amazon-Mitarbeiter an französischen Standorten gegen untragbare Arbeitsbedingungen. Sie kritisieren die Nichteinhaltung von Abstandsregeln, einen Mangel an Desinfektionsmitteln und eine nicht stattfindende Reinigung der Arbeitsbereiche. Jetzt wurden die Proteste erhört.

Ein Gericht im Pariser Vorort Nanterre erklärte, dass Amazon angesichts der Coronavirus-Pandemie seine Verpflichtung in Bezug auf Gesundheit und Sicherheit der Angestellten in den Lagerhäusern nicht angemessen beachtet hätte. Deswegen müsse der Online-Riese nun in allen Lagern eine Risikobewertung durchführen und erforderliche Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen treffen.

Bis diese Bewertung erledigt sei, dürfen in den Lagern nur noch Bestellungen von Lebensmitteln, Hygiene- und Medizinprodukten angenommen und versandt werden. Für jeden Tag, an dem Amazon den geforderten Sicherheits- und Gesundheitsstandards nicht nachkomme, droht außerdem eine Geldstrafe in Höhe von einer Million Euro, heißt es im Gerichtsurteil.

Amazon setzt Betrieb aus

Nach einem Gerichtsurteil hat Amazon den Betrieb seiner Verteilzentren in Frankreich vorläufig ausgesetzt. Wie lange die Aussetzung laufen soll, wurde nicht mitgeteilt. „Diese Woche werden wir die Mitarbeiter unserer Verteilzentren bitten, zu Hause zu bleiben“, schreibt das Unternehmen.

Das Unternehmen sei zudem erstaunt über das Urteil und kündigte an, dagegen in Berufung zu gehen. Amazon habe bereits erheblich investiert, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten und zu verbessern.

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