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Berg- und Talfahrt im Einzelhandel

08.08.2019

Der stationäre Einzelhandel habe im ersten Halbjahr eine Berg- und Talfahrt erlebt, zieht Peter Buchmüller, WKÖ-Obmann der Bundessparte Handel, eine Zwischenbilanz. 

Einen Kosmetikhandel müsste man besitzen: In dieser Branche wurden im ersten Halbjahr mit einem Plus von 2,2 Prozent die höchsten Umsatzzuwächse generiert. In Summe sind die Einzelhandelsumsätze gegenüber der ersten Jahreshälfte 2018 nominell um ein Prozent oder rund 350 Millionen Euro auf 35,3 Milliarden Euro gewachsen.  Peter Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel der WKÖ, plädiert jedoch für eine differenzierte Betrachtung. Die Bandbreite der Umsatzentwicklung reiche nämlich von einem Plus von 5,2 Prozent im April bis hin zu -2,8 Prozent im März", gibt er an.

„Insgesamt konnten im ersten Halbjahr 41 Prozent der Einzelhandelsgeschäfte Umsatzzuwächse realisieren. 18 Prozent haben eine stabile, 41 Prozent eine rückläufige Umsatzentwicklung gemeldet“, führt Studienautor Ernst Gittenberger von der KMU Forschung Austria aus. „Bis Ende Juni werden traditionell 48 Prozent des Jahresumsatzes erzielt“, führt Handelsobmann Buchmüller aus. „Von Juli bis Dezember ist es mehr als die Hälfte.“ Das bedeutet: Die zweite Jahreshälfte ist für gewöhnlich die umsatzstärkere.

Kosmetik, Möbel- und Sportartikelhandel top

Die höchsten Umsatzzuwächse erzielt der Einzelhandel im Branchendurchschnitt mit kosmetischen Erzeugnissen (+ 2,2 Prozent), gefolgt vom Möbel- und vom Sportartikeleinzelhandel (jeweils 1,9 Prozent). Im Einzelhandel mit Bau- und Heimwerkerbedarf, dem Branchensieger im Gesamtjahr 2018, hat sich die positive Konjunkturentwicklung in der ersten Jahreshälfte 2019 fortgesetzt (+1,7 Prozent). Auch im Lebensmittelhandel, der umsatzstärksten Einzelhandelsbranche, sind die Umsätze mit 1,6 Prozent stärker gestiegen als im Einzelhandelsdurchschnitt

Erfreut zeigt sich die Geschäftsführerin der WKÖ-Bundessparte Iris Thalbauer über die Tatsache, „dass das Beschäftigungswachstum im stationären Einzelhandel weiter angehalten hat. in den ersten 6 Monaten ist die Anzahl der unselbstständig Beschäftigten um 0,4 Prozent oder 1300 Personen auf insgesamt 334.800 gestiegen.“ Die Zahl der geringfügig Beschäftigten ist um 0,8 Prozent von 41.800 auf 41.500 Personen gesunken. Eine rege Nachfrage herrrsche nach dem neuen Lehrberuf „E-Commerce-Kaufmann": 101 Lehrlinge gibt es in diesem Zweig laut Thalbauer bereits. Auch der Ausbildungsschwerpunkt „Digitaler Verkauf“ als zusätzliches Angebot für Lehrlinge und Ausbilderbetriebe wird gut angenommen.

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