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BenQ mobile-Debakel: „Langfristiger Imageschaden für BenQ in Deutschland“

16.10.2006

Demnach sei die Nachfrage bei allen Produkten gesunken - nicht nur bei den Handys. Für BenQ hat das Debakel jedenfalls "langfristig schädliche Folgen in Deutschland", so GfK-Marktforscher Oliver Hupp gegenüber der Zeitung.

Wenig Chancen räumt man übrigens den aktuellen Solidaritätsappellen ein, wie auch Sebastian Turner, Chef der Werbeagentur Scholz & Friends, in der Zeitung analysiert: "Überprüfbare Versprechen wären ein Weg. Fünf Jahre Garantie und Geld zurück und darauf eine Bankbürgschaft, die ein Pfarrer beeidet."

Demgegenüber hält sich der Imageschaden für Siemens (noch?) in Grenzen. Das Blatt könnte sich aber wenden nachdem bekannt wurde, dass Siemens 900 BenQ-Beschäftigte per Brief aufforderte, ihre Widersprüche gegen den Konzern zurück zu ziehen. Die Mitarbeiter haben in den letzten Tagen dem Übergang ihres Arbeitsverhältnisses von Siemens an BenQ widersprochen, weil sie "über die Folgen nicht hinreichend aufgeklärt worden seien". Wegen "arglistiger Täuschung" wird in den Widerspruchsschreiben die Weiterbeschäftigung bei Siemens gefordert oder Ersatzweise eine Abfindung beantragt.
Andernfalls, so die Gewerkschaftsangaben, drohe Siemens in ihrem Schreiben damit, dass diese Beschäftigten kein Insolvenzgeld erhalten würden. Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern: "Siemens hat die Beschäftigten seiner ehemaligen Handy-Sparte verraten und verkauft, jetzt werden sie auch noch erpresst."

Aber nicht Siemens entscheide über die Zahlung von Insolvenzgeld, sondern die Bundesagentur für Arbeit, so Neugebauer weiter. Wegen des "erheblichen Prozessrisikos" hoffe Siemens nun wohl, dass sich möglichst viele Beschäftigte von den Drohungen beeindrucken lassen und ihre Widersprüche zurückziehen, so der Gewerkschaftler. "Die Nervosität bei den Verantwortlichen von Siemens scheint groß zu sein", anders seien solch "dreisten Einschüchterungsversuche" nicht zu erklären.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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