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Bangen in Kronach: Loewe setzt bei 190 Arbeitsplätze den Rotstift an

14.12.2012

In einer fünfstündigen Betriebsversammlung wurden die rund 1.000 Loewe-Mitarbeiter heute darüber informiert, welche Restrukturierungspläne die Edel-TV-Schmiede hegt. Unter anderem sieht der Plan vor, insgesamt 190 Stellen am Loewe-Stammsitz abzubauen. Welche Mitarbeiter davon konkret betroffen sein werden, soll erst im Jänner feststehen.

Laut des neuen Finanzvorstands Rolf Rickmeyer dürfte es aber 100 Leute aus der Produktion und weitere 90 aus anderen Unternehmensbereichen treffen. Bedauerlicherweise könne nur ein geringer Teil davon durch Altersfluktuation abgefangen werden, ergänzt Unternehmenssprecher Roland Raithel. Die Personalzahl müsse aber den niedrigeren Absatz- und Produktionsvolumen angepasst werden. Nur so sei Loewe wieder profitabel zu machen.

 

Die Probleme des Fernsehgeräteherstellers sind laut dem scheidenden Vorstandsvorsitzenden Oliver Seidl darin begründet, dass sich das Marktumfeld deutlich verschlechtert habe. Eine Produkt- und Absatzoffensive habe man zwar bereits für Jänner in der Pipeline, allerdings koste das Geld, welches wiederum die Banken bereitstellen werden, so Finanzvorstand Rickmeyer. Ziel sei es jedenfalls, 2013 ein ausgeglichenes Ergebnis und 2014 wieder Gewinne zu schreiben. Für das laufende Jahr rechnet Loewe mit einem Verlust von rund 20 Mio. Euro.

 

Weitere Kosten sollen mit einem Sanierungstarifvertrag eingespart werden, den Loewe kurzfristig mit den Gewerkschaften aushandeln will. Die deutsche Gewerkschaft IG Metall will jedenfalls bereits kommende Woche die Verhandlungen darüber aufnehmen. Zusammen mit dem Betriebsrat stelle man sich ein ähnliches Vorgehen wie vor ein paar Jahren vor, als Loewe ebenfalls in eine Krise geriet. Um die Talfahrt zu bremsen, verzichteten die Mitarbeiter auf Lohn- und Gehaltsanteile. Diese bekamen sie mit Zinsen wieder zurück, als es dem Unternehmen wieder besser ging.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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