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„Aus Schwäche des privaten Konsums!“ 90% mehr Elektro-Pleiten im Q1

21.03.2013

23 Unternehmen werden pro Gerichtstag insolvent. Das macht im ersten Quartal 1.465 Pleiten. Das sind um neun Prozent weniger als im Q1 2012. In der Elektrobranche sieht der Trend anders aus. Um satte 90 Prozent sind die Insolvenzen angestiegen.

Dunkle Wolken über der Elektrobranche? Zehn Elektro- und Elektronikunternehmen mussten in den ersten drei Monaten 2012 in die Insolvenz, 2013 waren es 19. 19 klingt nicht sonderlich dramatisch, ist im Vergleich zu anderen Branchen immer noch recht wenig. Trotzdem haben sich die Pleiten nahezu verdoppelt. Keine andere Berufssparte verzeichnete prozentuell so einen hohen Insolvenz-Anstieg.

 

„Dies dürfte auf eine Schwäche des privaten Konsums zurückzuführen sein, der nach einer leichten Überhitzung im Gefolge der Krise 2008 und der daraus resultierenden Phase der Niedrigzinsen nun nachzulassen scheint“, meint KSV-Experte Hans Georg Kantner. Der KSV1870 betont allerdings auch, dass im ersten Quartal „vielfach keine statistisch relevanten Größenordnungen abgebildet“ werden.

 

Gesamt weniger Insolvenzen

 

Gesamt nahm die Zahl der insolventen Unternehmen gegenüber dem ersten Quartal 2012 um knapp neun Prozent ab. 1.465 Unternehmen oder 23 Unternehmen pro Gerichtstag wurden im Q1 2013 gezählt. Davon wurden 864 Insolvenzen eröffnete, was einem Rückgang von zirka 13 Prozent entspricht.

 

Während acht Bundesländer zum Teil sogar zweistellige Rückgänge verzeichnen, gibt es in Tirol einen Zuwachs an Insolvenzen von 23 Prozent. Dieser Zuwachs besteht praktisch zur Gänze aus Kleinstunternehmen der Branchen Gastronomie und Transportgewerbe und ist damit kein Vorbote für dunkle Wolken. Einen besonders deutlichen Rückgang von 44 Prozent zeigt Vorarlberg, das in den letzten Jahren gerade am Industriesektor eine Insolvenzwelle hinnehmen musste. Die meisten Insolvenzen gab’s mit 460 natürlich in Wien. Im Vergleichszeitraum waren es 475

 

Die Sanierungen erlebten nach Inkrafttreten des IRÄG 2010 (InsolvenzrechtsänderungsG) einen kleinen „Höhenflug“, beinahe eine Sanierungseuphorie. Mittlerweile gehen sowohl die eigenverwalteten Sanierungen (- 10 %) als auch jene ohne Eigenverwaltung (- 20 %) zurück.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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