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Auf die "Limette" gekommen: Verabschiedet sich Cordes aus dem Metro-Konzern?

13.09.2011

Neue Details zur möglichen Korruptionsaffäre rund um Media Saturn: Es ist ein Schreiben aufgetaucht, bei dem leitende Mitarbeiter "mit mehreren Millionen über Kickbacks geschmiert wurden, um weiterhin überteuerte Agentur-Aufträge zu bekommen", berichtet die Wirtschaftswoche. Eine Wirtschaftsprüfergesellschaft hat der Aufklärungsmission den Namen "Projekt Limette" gegeben. Unterdessen werden Gerüchte laut, dass Metro-Chef Cordes zurücktreten soll, wie die Welt berichtet.

Mitte Juli haben Hausdurchsuchungen bei Media Saturn-Managern (Elektrojournal Online berichtete) für Aufsehen gesorgt. Nun berichtet die Wirtschaftswoche, dass vier Geschäftsführer von der MediaSaturn Holding in Ingolstadt ein anonymes Schreiben bekommen haben.

Darin heißt es, die Mitarbeiter hätten von der Firma "Marketing Vision" schöne Summen an Schmattes für Aufträge erhalten. Angenommen wird, dass es sich bei dem anonymen Absender um jemanden aus dem Agenturumfeld handelt. Daraufhin habe man Spezialisten einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (KPMG) damit betraut, Licht in die Sache zu bringen. Das ganze wurde unter dem Codenamen "Projekt Limette" gestartet.

Reisen, Scheinverträge und Bares 

Bei der Prüfung durch KPMG sollen zum Teil Zahlungen in Millionenhöhe sowie teure Reisen und Scheinverträge gefertigt worden sein. So soll auch der Geschäftsführer der Firma Marketing Vision Schmiergeld in der Höhe von mindestens zwei Millionen Euro an Manager von Media Saturn gezahlt haben. Die Frau eines hochrangigen Media Saturn Managers soll zum Beispiel Scheinrechnungen über 800.000 Euro ausgestellt haben, wie aus einem Beschluss hervorgeht.

 

Metro-Chef Eckhard Cordes‘ Vorhaben, die Verdächtigen zu beurlauben, scheiterte zunächst, da die Beweislage zu dünn gewesen sei. Cordes machte dieser Tage allgemein mit diversen Schlagzeilen von sich reden. Nun werden laut der Welt auch Stimmen laut, dass er sich möglicherweise aus dem Unternehmen zurückziehen könnte. Es heißt, bis Ende September habe er die Zeit bekommen, um von selber zu gehen.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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