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Analyse: Eigenkapital-Zuwachs der KMU – doch je kleiner, desto gefährdeter

07.11.2006

Dies dokumentiert die jüngste Analyse der KMU Forschung Austria auf Basis von rund 67.000 (betriebswirtschaftlich korrigierten) Jahresabschlüssen heimischer KMU.

Eine Gegenüberstellung der Unternehmen nach Unternehmenserfolg zeigt, dass die erfolgreichsten Betriebe - gemessen an der Umsatzrentabilität - im Durchschnitt den betriebswirtschaftlichen Richtwert von 20 Prozent mit rund 29 Prozent klar übersteigen, während die Unternehmen des unteren Quartils* eine Eigenkapitalquote von durchschnittlich rund 14 Prozent ausweisen.

Vergleicht man die Ergebnisse mit jenen von 2003/04**, so hat sich die durchschnittliche Eigenkapitalquote um rund 1,4 Prozentpunkte verbessert. Die insgesamt etwas verbesserte Finanzierungsstruktur der KMU darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass erst Unternehmen ab einem Jahresumsatz von mehr als sieben Mio. Euro im Durchschnitt den betriebswirtschaftlichen Mindest-Sollwert von 20 Prozent überschreiten. Die Unternehmen mit weniger als einer Mio. Euro Jahresumsatz weisen einen eklatanten Mangel an Eigenkapital auf.

Rund 37 Prozent der österreichischen KMU der sind buchmäßig überschuldet. Dies bedeutet, dass das Fremdkapital das buchmäßige Vermögen übersteigt. Der Anteil der Unternehmen mit negativem Eigenkapital sinkt mit zunehmender Betriebsgröße.

Auch der Anteil der Unternehmen, die ein positives Eigenkapital ausweisen, ist in allen Größenklassen im Jahresvergleich gestiegen. Dies ist auch ein Zeichen dafür, dass Unternehmen mit hoher Verschuldung bzw. Überschuldung aus dem Markt ausscheiden.

Dr. Walter Bornett, Direktor der KMU Forschung Austria: "Eine weitere Verbesserung der Eigenkapitalquote muss nach wie vor ein prioritäres Ziel der Klein- und Mittelbetriebe sein - vor allem auch im Hinblick auf die künftig noch stärkere Anbindung der Kreditkonditionen an die Bonität der Unternehmen."

*) Oberes Quartil: Durchschnitt der erfolgreichsten 25 Prozent der Betriebe. Unteres Quartil: Durchschnitt der am wenigsten erfolgreichen 25 Prozent der Betriebe (gemessen an der Umsatzrentabilität)
**) Für 2003/04 wurde eine Auswertung der marktorientierten Wirtschaft auf Basis von rund 86.600 betriebswirtschaftlich korrigierten Jahresabschlüssen herangezogen.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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