Direkt zum Inhalt
Konsumentenschützer haben gegen die Dash-Buttons geklagt.

Amazons Dash-Button vor Gericht: Konsumentenschützer haben geklagt

10.01.2019

Einen kleinen WLAN-Knopf an Waschmaschine oder Geschirrspüler kleben und Waschmittel fortan per Knopfdruck nachordern. Klingt praktisch, gefällt den Konsumentenschützern aber gar nicht.

Seit einigen Jahren bietet Amazon seinen deutschen Kunden die Möglichkeit, Produkte des täglichen Bedarfs quasi auf Knopfdruck zu bestellen. Ob Amazon das aber weiterhin tun darf, soll jetzt das Oberlandesgericht (OLG) München entscheiden. Die Verhandlung beginnt heute (Donnerstag) um 14 Uhr.

Den Prozess in erster Instanz hat Amazon verloren - das Landgericht München gab der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen mit ihrer Klage Recht. Denn die Sache hat einen Haken: Auf den Bestellknöpfen sind nur die Markenlogos des jeweiligen Herstellers, keine Angaben zu Preis oder Inhalt. Diese Angaben hat der Kunde zwar beim Installieren der App erfahren, aber Details können sich ändern.

Auch fehlt der Hinweis, dass jeder Knopfdruck eine zahlungspflichtige Bestellung bedeutet. Das Landgericht sah darin einen Verstoß gegen die gesetzlichen Vorgaben bei Internet-Verkäufen und verurteilte Amazon zur Unterlassung.

Wie vielen Kunden in Deutschland Amazon solche Bestellknöpfe verkauft hat und wie viel Umsatz damit gemacht wird, wollte das Unternehmen nicht mitteilen. Es halte seine sogenannten Dash Buttons aber für gesetzeskonform. Die Kunden sollten selbst entscheiden dürfen, wie sie einkaufen wollen.

Update 11.01.2019: Amazon muss seine WLAN-Bestellknöpfe vom Markt nehmen. Das Oberlandesgericht München hat dem Unternehmen am Donnerstag verboten, Waschmittel, Kaffee und andere Waren des täglichen Bedarfs in Deutschland weiter so zu verkaufen. Kritikpunkt der Richter: Die Bestellknöpfe führten zu intransparenten Bestellungen. Die Dash-Buttons wurden damit bereits in zweiter Instanz von einem Gericht für unzulässig erklärt.

Autor/in:
APA – Austria Presse Agentur / Redaktion
Werbung

Weiterführende Themen

Branche
09.04.2019

Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat im Ermittlungsverfahren gegen den US-amerikanischen Onlinehändler Amazon nun eine Marktbefragung gestartet. „Es wurden mehrere 100 Auskunftsverlangen an die ...

Amazon-Bestellungen können nun auch monatlich bezahlt werden.
Branche
25.03.2019

Kunden können ab sofort bei Amazon-Einkäufe gebührenfrei per Sammelrechnung bezahlen – monatlich. Damit erhalten sie auch einen kurzfristigen zinslosen Kredit.

Branche
24.03.2019

Die Arbeiterkammer (AK) hatte den US-Onlinehändler Amazon wegen zehn Vertragsklauseln und zwei Geschäftspraktiken geklagt und war damit nun erfolgreich.

Die Dash-Buttons sind ab sofort nicht mehr erhältlich.
Branche
03.03.2019

Online-Gigant Amazon hat seine Dash-Buttons komplett aus dem Programm genommen. Nun will man sich auf verwandte digitale Dienste konzentrieren.

Branche
26.02.2019

Im Berufungsprozess um eine Schadenersatzforderung in Millionenhöhe, die Media Saturn von einem seiner ehemaligen Top-Manager fordert, ist der Elektroriese heute abgeblitzt. Dem Ex-Media Markt- ...

Werbung