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Amazon und der Steuerstreit: Fordert die EU-Kommission 400 Mio. Euro ein?

20.05.2016

Die EU-Kommission könnte Insidern zufolge Luxemburg anweisen, im Steuerstreit mit Amazon etwa 400 Mio. Euro vom US-Konzern einzufordern. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag von zwei mit dem Vorgang vertrauten Personen erfuhr, peilt die Kommission eine Entscheidung in dem Fall bis Juli an. Die Summe sei vorläufig und könne noch geändert werden.

Stellungnahmen der Kommission, von Luxemburg und Amazon lagen zunächst nicht vor. Die Ermittlungen dauern seit fast zwei Jahren an. Sie beschäftigen sich mit der Frage, ob eine Steuervereinbarung aus dem Jahr 2003 dem US-Konzern einen unfairen Wettbewerbsvorteil verschaffte. Amazon hatte vor etwa einem Jahr nach massiver Kritik seine Steuerpraxis in Europa geändert.

Zahlreiche Großkonzerne stehen wegen Steuervermeidung im Fokus. Häufig zahlen sie wegen günstiger Steuerdeals mit Behörden wie etwa in Luxemburg oder Irland nur minimale Abgaben auf in der EU erzielten Gewinnen.

Elektrojournal berichtete in der aktuellen Ausgabe 5/2016 unter dem Titel „Auf der Steuerflucht“ ausführlich über die Steuertricks von multinationalen Konzernen, die Folgen für heimische Unternehmen und die Bemühungen der EU-Kommission.  

Autor/in:
APA – Austria Presse Agentur / Redaktion
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