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Alles Blödsinn, sagt Amazon. Man sei sogar ein sehr beliebter Arbeitgeber - wie man ja auch auf den offiziellen Pressebildern sieht.

Amazon macht Druck: Aus Zeitnot wird in die Flasche gepinkelt

19.04.2018

Wieder Ärger für Amazon. Ein Undercover-Journalist prangert in seinem Buch die „unwürdigen Arbeitsbedingungen“ in einem englischen Versandlager an. Amazon streitet die Vorwürfe ab.

Konkret geht’s um den Lagerstandort Rugeley in der englischen Grafschaft Staffordshire, in dem der Investigativjournalist James Bloodworth undercover als so genannter „Picker“ gearbeitet hat. Seine Aufgabe beim Online-Versandriesen war es, die einzelnen Produkte einer Kundenbestellung zusammenzustellen. Jetzt behauptet Bloodworth, dass die dort vorherrschenden Arbeitsbedingungen alles andere als menschenwürdig waren.

Unter anderem hätten die dortigen Mitarbeiter oft Angst, wegen zu langer Toilettengänge (teilweise ist das WC nämlich vier Stockwerke entfernt), entlassen zu werden. Aus diesem Grund behelfen sich einige damit, dass sie ihre kleine Notdurft in Plastikflaschen verrichten. "Die Leute haben einfach in Flaschen gepinkelt, weil sie Angst hatten, ihren Job durch zu lange Abwesenheiten vom Arbeitsplatz zu verlieren", berichtet Bloodworth der englischen Zeitung Sun.

Auch strenge Zeitvorgaben setzen die Mitarbeiter unter Druck. Würden Ziele verfehlt, Pausenzeiten nicht korrekt eingehalten (zu Mittag sind bei einer Zehnstundenschicht bspw. 15 Minuten vorgesehen) oder geht man gar in den Krankenstand, gebe es Strafpunkte, erzählt Bloodworth. Ab sechs Strafpunkten drohe dann eine Kündigung.

Amazon weist jede Schuld von sich

Wenig überraschend: Der Versandhändler selbst will davon freilich nichts wissen und streitet die Vorwürfe ab. "Wir erkennen diese Behauptungen nicht an", teilte das Unternehmen auf Anfrage des Business Insider mit. Ganz im Gegenteil. Man sei sogar ein beliebter Arbeitgeber und biete auch Führungen durch die Lagerhallen an, damit Besucher sehen, "…was nach dem Klick auf 'Kaufen' bei Amazon geschieht." Man helfe zwar dabei, Mitarbeiter-Performances durch gezielte Trainings zu verbessen, setze jedoch niemanden unter Druck. Auch bei Krankschreibungen könne sich die Belegschaft auf ein System von betriebsinternen Medizinern und Krankenvorsorge des Betriebes verlassen.

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