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Amazon kommt den Wettbewerbshütern zuvor: Umstrittene Preisparität wird abgeschafft

29.08.2013

Die Kurve gerade noch rechtzeitig gekratzt hat Online-Versender Amazon. Mit der Abschaffung der umstrittenen Preisparitäts-Klausel auf seinem Marketplace ist man den deutschen Wettbewerbshütern gerade noch von der Schaufel gesprungen. Durch die Klausel mussten Marketplace-Händler dem Online-Riesen bislang Bestpreise garantieren. Das deutsche Bundeskartellamt hatte deswegen bereits ein Verfahren eingeläutet.

Auslöser war eine Klage des Marketplace-Händlers Hood.de gegen Amazon. Hood.de sah sich durch die Vertragsklausel im freien Wettbewerb behindert. Dies hat dann auch das Bundeskartellamt auf den Plan gerufen, sich die betreffenden Vertragsbestandteile genauer anzusehen. Noch bevor das Kartellamt seine Ermittlungen aber abschließen konnte, hat Amazon die Preisparität nun aus eigenem Antrieb abgeschafft. Seit 20. August fehlen sämtliche Hinweise dazu in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Online-Riesen. Mit den Klauseln wurden Verkäufer bisland dazu verpflichtet, einen angebotenen Artikel nirgendwo anders günstiger anzubieten.

 

Obwohl eine offizielle Stellungnahme von Amazon noch aussteht, ist davon auszugehen, dass die zahlreichen Beschwerden sowie die Ermittlungen der Wettbewerbshüter, für diesen Schritt verantwortlich sind. Eine Entscheidung des Bundeskartellamtes war für den Herbst dieses Jahres zu erwarten. „Das Bundeskartellamt bewertet derzeit, ob die Maßnahmen nach Form, Inhalt und Umfang ausreichen, das Verfahren gegen Amazon insoweit zu erledigen. Hierfür ist unter anderem erforderlich, dass das Unternehmen von der Preisparität endgültig Abstand nimmt und auch nach den Umständen keine Wiederholungsgefahr mehr besteht. All dies ist derzeit noch Gegenstand unserer Prüfung“, so Andreas Mundt, Präsident des Kartellamts.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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