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Also doch: Kika/Leiner wird an den südafrikanischen Möbelriesen Steinhoff verkauft

26.06.2013

Zu den Gerüchten im April wollte man sich nicht äußern, inzwischen ist aber alles fix: die Kika/Leiner-Gruppe wird an den südafrikanischen Konzern Steinhoff International verkauft – sofern die europäischen Kartellbehörden zustimmen. Das bestätigte heute Kika-Aufsichtsratspräsident Herbert Koch. Spekuliert werden darf noch über die Höhe der Kaufsumme: angeblich soll Steinhoff 800 Mio. Euro an die Eigentümerfamilie überweisen.

„Als in diesem Land groß gewordenes Familienunternehmen war es für uns auch entscheidend, dass mit dem neuen Eigentümer der Erhalt der Marke, Kontinuität und Sicherheit für die Arbeitsplätze gegeben sind. Daher haben wir uns für Steinhoff entschieden - auch deshalb, weil Steinhoff heute nicht nur ein extrem erfolgreiches, börsennotiertes Unternehmen ist, sondern auch - wie wir - aus einem Familienunternehmen entstanden ist und dieselbe Qualitätsphilosophie hat", meint Aufsichtsratschef Koch.

Wobei der Vergleich freilich ein wenig hinkt: während die Kika/Leiner-Gruppe rund 7.500 Mitarbeiter an 73 Standorten zählt und bei einem Umsatz von ca. 1,2 Mrd. Euro zuletzt einen Verlust von rund 11 Mio. Euro einfuhr, konnte Steinhoff seinen Umsatz 2012 von 4,5 auf 7,75 Mrd. Euro steigern – und dabei einen satten Gewinn von 545 Mio. Euro erwirtschaften. Dieser Wachstumsschub resultiert übrigens auch daraus, dass Steinhoff 2011 die französische Conforama (die Nummer 2 am Markt) um 1,2 Mrd. Euro schluckte.

Die Steinhoff-Gruppe selbst ist ursprünglich deutscher Natur. 1965 gründete Bruno Steinhoff eine Möbelhandlung und wanderte 1997 dann nach Kapstadt (Südafrika) aus. Dort gründete er „Steinhoff-Möbel“. Schon ein Jahr später wurde das Unternehmen an der Börse in Johannesburg notiert und wird dort inzwischen mit 4,2 Milliarden Dollar bewertet. Steinhoff Europe ist übrigens in Brunn am Gebirge (NÖ) angesiedelt. Ansonsten verfügt Steinhoff in Österreich über keine Präsenz, womit Kika/Leiner gut ins Portfolio passt. „Die Kika/Leiner-Gruppe wird auch zukünftig seine eigenen Einrichtungshäuser mit starken lokalen Marken führen und besten Service für seine Kundinnen und Kunden bieten", so Markus J. Jooste, CEO der Steinhoff-Gruppe.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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