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Alberto Matrone: „Langfristig wollen wir wieder ein globaler Player werden"

12.01.2018

Alberto Matrone (Global Vice President Eastern Europe HMD) über die Wiederauferstehung der Handy-Marke Nokia, die Attraktivität Wiens als Standort und Strategien für den Fachhandel.

Einst war Nokia eine ganz große Nummer im Handymarkt. Doch dann haben die finnischen Manager den Smartphone-Boom verschlafen und die Nibelungentreue zu dem Windows-Betriebssystem hat der Marke den Rest gegeben. Seit einem Jahr ist die Marke wieder zurück. Die sich selbst als Start-up-bezeichnende HMD hat die Rechte an der Handysparte übernommen und ist seither ziemlich rührig die Legende neu zu beleben. Beispielsweise mit einer Neuauflage des 3310, das einst als ein echtes Massenphänomen galt und den Ruf von Nokia als Produzent von ausdauernden und einfach zu bedienenden Handys nachhaltig beeinflusst hat. Alberto Matrone ist HMD Global Vice President Eastern Europe und hat die nicht ganz einfache Aufgabe übernommen, die Marke Nokia zumindest in Osteuropa wieder zu alter Stärke zurück zu führen

Elektrojournal: HMD Global hat die Markenrechte von Nokia übernommen und will an die alten Erfolge anknüpfen. Wie wollen Sie das schaffen?

Alberto Matrone : Stellen Sie sich vor, Nokia hätte gleich auf Android gesetzt und wir hätten die vielen einzigartigen Features weiter geführt. Etwa das freche Design oder auch die hochauflösende Kameras im 808 oder Lumia 1020. Dort wollen wir anknüpfen. Wir haben zudem starke Partner. Wir sind immer noch eng mit Nokia Networks verbunden, wir haben den Linsenspezialisten Zeiss, Foxconn als Fertiger und Google mit Android im Boot. Das ist ein schlagkräftiges Team.

Wie die alte Nokia hat auch HMD Global ihr Hauptquartier für Zentral und Osteuropa  in Wien aufgeschlagen. Warum?

Alberto Matrone : Wien ist einfach das Zentrum für diese Region. Und es ist meine Lieblingsstadt. Als man mich gefragt hat, ob ich wieder zurückkomme – ich habe ja schon einige Jahre zuvor in dieser Position gearbeitet – habe ich nur eine einzige Bedingung gestellt: Die Zentrale muss in Wien stehen.

Der Markt ist hart umkämpft, die großen Umsätze machen mittlerweile andere unter sich aus. Wie wollen Sie Ihre Präsenz im österreichischen Fachhandel steigern?

Alberto Matrone : Im Fachhandel setzen wir auf zwei Distributoren, nämlich Tech Data und TFK. Diese beiden Unternehmen unterstützen uns bei  der Vermarktung. Die Großfläche wie Media/Saturn oder auch Hartlauer adressieren wir selber. Wir sind übrigens auch in den restlichen europäischen Ländern ganz ähnlich aufgestellt.

Wie sind Ihre Umsatzziele?

Alberto Matrone : Wir haben keine nominellen Umsatzziele. Unser Ziel ist es zu wachsen.  Langfristig wollen wir wieder ein Player werden, der eine weltweite Relevanz hat. Aber wir wissen natürlich auch, dass dies nicht einfach ist.

Sie setzen bei allen Smartphones auf ein reines Android. Wie sollen da die Netzbetreiber ihre Gerät noch branden können?

Alberto Matrone: Ein spezielles Branding gibt es bei uns nicht mehr. Aber die Betreiber können natürlich ihre Apps über den Play Store anbieten.

Die Rückkehr des Kulthandys Nokia 3310 war zumindest marketingtechnisch ein großer Erfolg. Hat es sich auch gerechnet?

Alberto Matrone : Oh ja. Das Handy hat sich verkauft wie die sprich wörtlichen warmen Semmeln. Wir könnten deutlich mehr verkaufen, als wir produzieren

Was sagen Sie zu den Gerüchten, dass es schon bald auch eine Version mit LTE und Android geben wird?

Alberto Matrone: Sorry, Gerüchte und Spekulation kommentieren wir nicht. Aber was ich Ihnen als Schlusswort mitgeben kann: Viele spannende Insights wird es sicherlich auf dem Mobile World Congress 2018 in Barcelona geben!

Autor/in:
Wolfgang Korne
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