Direkt zum Inhalt

AK: Vernetzte Autos – Datensammler auf der Überholspur

10.10.2016

Neue Studie des Instituts für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) im Auftrag der Arbeiterkammer: „Vernetzte Automobile“ – was heißt das für KonsumentInnen, ihre Privatsphäre und den Datenschutz?“

AK-Konsumentenschützerin Gabriele Zgubic meint, dass bei vernetzten Autos konsumenten- und datenschutzrechtliche Fragen noch geklärt gehören.

Tenor der Pressekonferenz vom 10. Oktober 2016 der Arbeiterkammer (AK) und des Instituts für Technikfolgen-Abschätzung: Das Auto wird künftig viele Konsumentendaten über Aufenthaltsort, Fahrweise, Autozustand, Nutzungsprofil des Fahrers, etc. liefern. Ob Hersteller, Versicherungen, Werbefirmen oder Sicherheitsbehörden – alle werden nach und nach an den wachsenden Datenbergen, die Autos produzieren, mitnaschen wollen.

Eine Studie des Instituts für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) im Auftrag der AK geht der Frage nach, was das für die Konsumenten, ihre Privatsphäre und den Datenschutz heißt.

AK-Konsumentenschützerin Gabriele Zgubic sagt: „Dass Konsumenten am Handy und PC ihre Datenspuren hinterlassen und die Geräte Daten sammeln, ist bekannt. Künftig wird auch das Auto viele Fahrerdaten liefern. Zahlreiche konsumenten- und datenschutzrechtliche Fragen sind offen und gehören geklärt.“

Jaro Krieger-Lamina vom Institut für Technikfolgen-Abschätzung ergänzt: „Viele Assistenzsysteme überwachen bereits jetzt täglich die Fahrt. Wirklich gläsern werden Autofahrer aber spätestens mit der erwarteten Umstellung auf fahrerlose Autos, wenn es gar keinen Weg mehr gibt, dem Datensammeln zu entkommen. Die Elektronik im Auto und ihre Vernetzung mit der Umgebung werden zum Werbe- und Verkaufsfaktor.“

Krieger-Lamina geht davon aus, dass Kartendaten zur Routenberechnung und Verkehrslage heruntergeladen werden, Sensordaten über den Autozustand erzeugt werden, Smartphones eingebunden werden, Daten über das Fahrverhalten gespeichert werden usw. „Bald werden auch Daten mit anderen Autos ausgetauscht, mit Versicherungen, Pannendiensten oder Werkstätten. Es lassen sich präzise Bewegungsprofile erstellen, die viel über Lebensgewohnheiten verraten.“

Auch AK Datenschutz-Expertin Daniela Zimmer warnt: „Hersteller haben bereits im Kleingedruckten Zusatzpassagen über die Datennutzung. Konsumenten müssen sich bewusst werden, dass hier Datenfallen lauern. Bei so viel Datensammelwut gerät die Privatsphäre in Bedrängnis.“ Innovationen sollen vorangetrieben werden, dabei dürfen aber Verbraucherrechte nicht auf der Strecke bleiben. Daher gibt es für die Autohersteller jetzt schon Klärungsbedarf bei der Datensammlung und -verwendung hinsichtlich Zweck, Transparenz und Haftung, so Zimmer.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
Werbung
Werbung