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ABB glaubt, den passenden Weg in die Zukunft zu finden.

ABB sucht mit Sparen und Zukäufen Weg zurück zu Wachstum

23.02.2016
ABB

Der Elektrokonzern ABB will sich mit einem anhaltenden Sparkurs und Zukäufen gegen den Auftragsschwund stemmen. Neben der Flaute in der Öl- und Gasindustrie zeigten die Schweizer zuletzt Schwächen in China, vor allem in der Automatisierungstechnik. Den Bereich will ABB-Chef Ulrich Spiesshofer in nächster Zeit über Zukäufe stärken.

Der Gewinn des Schweizer Elektrotechnikkonzerns ist im vergangenen Jahr um ein Viertel eingebrochen. Bei einem Rückgang des Umsatzes um 11 Prozent auf 35,48 Mrd. Dollar (32,49 Mrd. Euro) sank der Konzerngewinn 2015 um 25 Prozent auf 1,93 Mrd. Dollar. Als Grund nannte Konzernchef Ulrich Spiesshofer am Mittwoch in Zürich Restrukturierungskosten in Höhe von 626 Mio. Dollar.

Zudem setze ABB unverändert die Investitionszurückhaltung der Öl-und Gaskunden zu. Der Manager kündigte für 2016 nochmals Kosten für den Konzernumbau in Höhe von 300 bis 500 Mio. Dollar an. Er betonte aber: "Wir sind bei den Einsparungen unseren Plänen voraus." Für 2016 stellt sich der Siemens-Konkurrent auf anhaltend "globale Unsicherheiten" ein. ABB sei aber dank des Konzernumbaus dafür "gut gerüstet".

Trennung und Zukäufe?

"Wir sind bisher vor allem in spätzyklischen Geschäften aktiv", sagte Spiesshofer. Zukäufe in frühzyklischen Geschäften, etwa der Fabrikausrüstung, seien daher hochwillkommen. "Wir wollen mehr im Bereich Planung und Entwicklung machen", kündigte Spiesshofer zudem an.

2016 könnte für ABB zum Schicksalsjahr in der 125-jährigen Firmengeschichte werden. Spiesshofer erwägt die Trennung vom größten Geschäftsfeld, der Stromnetztechnik. Die strategische Überprüfung dieser Einheit schreite voran, im laufenden Jahr werde es eine Entscheidung geben. Das Geschäft mit Netztechnik werde in den kommenden Jahren im Zuge der Globalisierung weiter wachsen, betonte der Manager. Während der laufenden Bilanzpressekonferenz verkündete ABB einen 130 Mio. Dollar schweren US-Auftrag zur Modernisierung einer Hochspannungstrasse. Experten vermuten, Spiesshofer könnte trotz der guten Geschäftsaussichten die Sparte auf Druck von Investoren verkaufen. Über das Verhältnis zum Finanzinvestor Cevian, der rund ein Zehntel an ABB hält, hielt er sich bedeckt. "Wir führen einen guten Dialog", erklärte er lediglich.

Für das Jahr 2016 scheute ABB-Chef Spiesshofer angesichts globaler Unsicherheiten eine konkrete Prognose. "Klar ist, der Markt wird uns nicht helfen", sagte der Schwabe. "Hoffentlich geht es im zweiten Halbjahr zumindest in einigen Bereichen aufwärts", betonte er. "Unser Anspruch ist es, besser abzuschneiden als der Markt.

Der Sparkurs von ABB wird auch 2016 weiter den Gewinn belasten. Spiesshofer kündigte für das laufende Jahr nochmals Kosten für den Konzernumbau in Höhe von 300 bis 500 Mio. Dollar an, damit unter anderem gut 400 Millionen Dollar in der Verwaltung gespart werden könnten. Bis Ende 2017 will er die Kosten um eine Milliarde Dollar drücken. Die Einsparungen beliefen sich im vergangenen Jahr auf annähernd 1,2 Mrd. Dollar.

Autor/in:
APA – Austria Presse Agentur / Redaktion
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