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Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes: „Die E-Commerce Lehre hat das Potential, die steigende Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern mit digitalem Know-how zu befriedigen und gleichzeitig das Image des Handels zu verbessern.“

7 von 10 würden E-Commerce-Lehrlinge einstellen

11.01.2017

Gemäß einer Studie von Handelsverband und MindTake Research würden 70 Prozent der Handelsunternehmen E-Commerce-Lehrlinge einstellen. Händler würden diese Lehrlinge sogar höher entlohnen.

Knapp drei Viertel der befragten Handelsunternehmen würden, so eine aktuelle Studie von Handelsverband und MindTake Research, die Möglichkeit einer E-Commerce-Lehre begrüßen und Lehrlinge einstellen. Und: Jugendliche wie Eltern empfinden ein digitales Lehrangebot als fast doppelt so attraktiv gegenüber der klassischen Einzelhandelskauflehre.

Der heimische Handel beschäftigt 580.000 Mitarbeiter. Damit dies auch künftig so bleibt, muss sich die Handelsbranche durch Innovationen neu erfinden und benötigt Unterstützung von der Politik, durch die Schaffung zeitgemäßer Rahmenbedingungen, heißt es in einer Aussendung.

Es braucht die Vermittlung digitaler Kompetenzen, auch und insbesondere im Bereich der Lehre, die über zaghafte Pilotversuche mit 5-jähriger Dauer hinausgehen. Der Handelsverband forderte daher als erste Organisation ein Modul „Digitaler Verkauf“ in der Einzelhandelslehre.

Zusätzlich wird auf die Notwendigkeit einer eigenständigen „eCommerce Lehre“ nach deutschem Vorbild hingewiesen, um der hohen Komplexität und der zunehmenden Spezialisierungserfordernis im Handel gerecht zu werden.

Die vorliegende Studie zeigt, dass die Forderung von den Betroffenen unterstützt wird: den Händlern, den Lehrlingen und den Eltern der Auszubildenden. In Kooperation mit MindTake Research wurde nun eine Befragung durchgeführt.

Die Ergebnisse zeigen eine steigende Bedeutung von E-Commerce allgemein (95 % der befragten Unternehmen erwarten eine Zunahme des Sektors) und belegen die Notwendigkeit eines entsprechenden Lehrangebots.

Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes: „Die Studie unterstreicht den Vorstoß von Bildungsministerin Hammerschmid und die positive Haltung des Wirtschaftsministeriums. Denn 70 % der befragten Handelsunternehmen würden sich über das Angebot einer E-Commerce-Lehre freuen und einen E-Commerce-Lehrling einstellen. 30 % der Befragten wären sogar bereit, diesen höher zu entlohnen“.

Und Petra Kacnik-Süß, Geschäftsführerin von MindTake: „Mit Zulauf zum Angebot wäre zu rechnen, denn 67 % der befragten Jugendlichen erachten die Ausbildung als sinnvoll sowie 80 % der Eltern als notwendig, um am Puls der Zeit zu bleiben.“

Es gibt auch eine erfreuliche Nachricht für Recruiter im Handel und das Image der Branche: In der Zielgruppe der Eltern wie Jugendlichen liegt die Attraktivität einer E-Commerce-Lehre bei 79 %, bei der damit klassischen Einzelhandelskauflehre hingegen bei nur 39 %.

Rainer Will hofft auf zeitnahe Gespräche und eine allfällige Umsetzung: „Jugendliche und Eltern empfinden ein digitales Lehrangebot doppelt so attraktiv als die bestehende Einzelhandelskauflehre. Lassen wir uns die Chance nicht entgehen. Nun gilt es im Berufsausbildungsbeirat eine rasche Umsetzung mit den Sozialpartnern sicherzustellen.“

Die ausführliche Ergebnispräsentation findet sich hier zum Download: https://www.handelsverband.at/fileadmin/content/Presse_Publikationen/presseaussendungen/E-Commerce_Lehre/20170109_PA_E-Commerce-Studie.pdf

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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