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Hochkarätige Vertreter am Pressepodium sprachen zum Thema "Strom à la carte" und die Vielfalt der Anwendungen und Lösungen

55. Fachtagung der der OGE: Strom à la carte

11.10.2017

 „Die Vielfalt der Anwendungen und Lösungen“ ist das Thema der diesjährigen Fachtagung der Österreichischen Gesellschaft für Energietechnik (OGE) im OVE, die am 12. und 13. Oktober 2017 in Salzburg stattfindet.

Welche unterschiedlichen Anforderungen haben Stromkunden – vom Großabnehmer bis zum Einzelhaushalt? Welchen Herausforderungen haben sich die Energiewirtschaft, aber auch  die Elektroindustrie zu stellen? Und welche technischen Voraussetzungen sowie politischen Maßnahmen sind dafür notwendig?

Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Fachtagung der Österreichischen Gesellschaft für Energietechnik (OGE) im OVE, die am 12. und 13. Oktober 2017 in Salzburg stattfindet. Antworten darauf liefern hochkarätige Vertreter/innen aus Energiewirtschaft, Industrie und Wissenschaft.

Starke Netze und Einbindung der Industrie

„Die oft zitierte Energiewende zielt auf einen Umbau unseres Energiesystems, bei dem erneuerbare Energieträger eine zentrale Rolle spielen werden.“ betont Dr. Franz Hofbauer, Präsident des OVE Österreichischer Verband für Elektrotechnik. „Zahlen dazu nannte kürzlich Österreichs E-Wirtschaft. Sie sieht einen Ausbau der erneuerbaren Energien im Stromsystem auf 85 % bis 2030 und eine Erhöhung des Stromanteils im gesamten Energiesystem von aktuell 20 % auf ein Drittel. Damit dieser angepeilte Paradigmenwechsel auch gelingt, gilt es, Herausforderungen auf dem Gebiet der dezentralen Stromerzeugung und -speicherung, der E-Mobiltät bis zu Netz- und Datenmanagement für Smart Grids zu meistern. Insgesamt werden die dafür erforderlichen Investitionen insbesondere in die Netzinfrastruktur mit bis zu 50 Mrd. Euro bis 2030 abgeschätzt“, sagt er

Zentraler Faktor für Wettbewerbsfähigkeit

Die Halbleiterindustrie ist ein Paradebeispiel für Unternehmen, die besonders stark von einer zuverlässigen Stromversorgung abhängig sind. Dr. Thomas Reisinger, Vorstand für Operations bei Infineon Technologies Austria AG, nennt daher „eine stabile und verlässliche Stromversorgung sowie Netzstabilität für die Halbleiterindustrie als Großverbraucher als den zentralen Faktor, um wettbewerbsfähig zu sein“, und er ergänzt: „Die investitionsintensiven, hochsensiblen Anlagen laufen bei Infineon Austria 365 Tage im Jahr im Vollschichtbetrieb. Längere Ausfälle, aber auch bereits geringe Spannungsschwankungen haben – trotz interner zusätzlicher Sicherungssysteme – unmittelbare Auswirkungen auf die Produktion und bringen eine Reihe von nachgelagerten Effekten – Schäden an der Infrastruktur, Lieferverzögerungen, höhere Kosten – mit sich.“

Die österreichische Elektroindustrie ist bereit

„Die Elektroindustrie trägt durch die Entwicklung neuer und innovativer Produkte sowie durch ständige Weiterentwicklung bestehender Produkte wesentlich dazu bei, die Energiewende zu ermöglichen“, stellt Dipl.-Ing. Alexander Schwab, Senior Vice President von Andritz Hydro, fest: „Die Digitalisierung wird zu einer weiteren Vernetzung der bereits automatisierten Anlagen führen.

Stromnetze

Eine wesentliche Rolle in der zuverlässigen Stromversorgung kommt den Netzen zu, wie Dipl.-Ing. Mag. (FH) Gerhard Christiner, Technischer Vorstandsdirektor Austrian Power Grid(APG), erläutert: „Die Energiewende – also die Umsetzung eines CO2-freien Energieversorgungssystems – ist eine Mammutaufgabe. Der europäische Kraftwerkspark wird in Richtung eines CO2-freien erneuerbaren Erzeugungssystems umgebaut. Zur sicheren Stromversorgung gehört aber ein abgestimmtes System aus Kraftwerken und ausreichend dimensionierten Stromnetzen. Die synchronisierte Weiterentwicklung beider Bereiche ist in ganz Europa nach wie vor unzureichend. Während der Ausbau von Windkraft und Photovoltaik schnell voranschreitet, wird die Umsetzung wichtiger Netzausbauprojekte durch langwierige Genehmigungsverfahren verzögert. Bestes Beispiel dafür ist die Salzburgleitung, für die es auch nach mittlerweile über 50 Verfahrensmonaten noch immer kein grünes Licht gibt.“  

Neue Lösungen gesucht

Das Motto der diesjährigen OGE-Fachtagung „Strom à la carte – die Vielfalt der Anwendungen und Lösungen“ treffe sehr gut auf sein Unternehmen zu, so Dr. Walter Tenschert, Geschäftsführer Salzburg Netz GmbH. „Die Salzburg AG als Energieversorgungsunternehmen und deren Netztochter Salzburg Netz GmbH versorgen große Industriekunden, städtische Stromnetze, ländliche Netzgebiete vom Flachland bis zum Hochgebirge, Tourismusgebiete mit leistungsstarken Lift- und Beschneiungsanlagen oder große Hotelanlagen. Diese Bandbreite stellt besondere Anforderungen und erfordere vielfältige Lösungen, welche sich jedoch in den letzten Jahrzehnten stark verändert haben“, stellt Tenschert fest:

Österreichs Stromkunden profitieren von höchster Verfügbarkeit

„Die sichere Versorgung mit Strom und Gas ist ein Thema, das seit Jahren auf der Agenda der Regulierungsbehörde ganz oben steht und weiterhin Topthema bleiben wird“, betont Dipl.-Ing. Andreas Eigenbauer, Vorstand e-control. Einerseits können sich die österreichischen Stromkunden auf eine sehr zuverlässige Stromversorgung verlassen. Die durchschnittliche Stromausfallsdauer 2016 ist hier erneut gesunken. Andererseits steht die heimische Stromversorgung, nicht zuletzt durch die immer höhere volatile Stromerzeugung, unter einem enormen Druck.“ Und er verweist: Um die Stromlücke aus der volatilen Erzeugung zu füllen, mussten heuer im Winter in Österreich Gaskraftwerke eingesetzt werden. Das hat uns real vor Augen geführt, wie stark Österreich in kritischen Situationen energetisch nach wie vor von den thermischen Kraftwerken abhängig ist.

Spannender Dialog mit interessantem Erfahrungsaustausch

„Wie den Anforderungen heute und in Zukunft entsprochen werden kann, wird bei der diesjährigen OGE-Fachtagung durch hochrangige Experten der Elektrizitätswirtschaft, der Elektroindustrie sowie aus Lehre und Forschung aufgezeigt, sodass ein spannender Dialog mit interessantem Erfahrungsaustausch erwartet werden darf“, fasst Prok. Dipl.-Ing. Johannes Vavra, Vorsitzender der Österreichischen Gesellschaft für Energietechnik (OGE)/ Wiener Netze GmbH, das Programm der Veranstaltung zusammen.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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