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46 Sekunden, 6 Millionen: PV-Speicherförderung blitzschnell ausgeschöpft

15.05.2019

Innerhalb von 46 Sekunden war der diesjährige Fördertopf der bundesweiten Speicherförderung geleert. Der Unmut in der Branche ist groß: man hofft, dass die Regierung aus diesem „Desaster“ lernt.

Die diesjährige bundesweite Speicherförderung die zum zweiten und vorerst letzten Mal durchgeführt wurde, ging – im wahrsten Sinne des Wortes – blitzschnell über die Runden. Innerhalb von 46 Sekunden wurde das gesamte Förderbudget (6 Mio. Euro) abgerufen. Das ist ca. doppelt so schnell wie bei der ersten Förderrunde im Jahr 2018.

 Der Unmut der Branche ist dementsprechend groß – haben doch innerhalb weniger Minuten mehrere tausend Antragsteller versucht eine finanzielle Unterstützung für einen Stromspeicher zu beantragen. Laut Förderstelle OeMAG wurden dieses Jahr, im Vergleich zum Vorjahr, besonders große Speicherprojekte mit mehreren Megawatt beantragt, die viel Förderbudget abschöpfen, was ein Grund für die Leerung des Fördertopfes in Rekordzeit ist.

Aus Fehlern lernen

Das Problem an dieser Misere ist die noch bis Ende 2019 gültige Förderrichtlinie. Die großzügige Deckelung der maximalen Speicherkapazität (bis zu 10 Kilowattstunden Speicherkapazität pro Kilowattpeak Photovoltaik werden gefördert) macht es möglich, dass ein paar wenige sehr große Speicher das Budget besonders stark beanspruchen.

Der Bundesverband Photovoltaic Austria (PVA) hat im Vorfeld mehrmals auf diesen Umstand hingewiesen und auf eine Überarbeitung der Förderrichtlinie gedrängt. Bereits im vergangenen Jahr zeigte sich, dass die Kombination aus geringen Fördermitteln, zu hohen Fördersätzen und beinahe unbeschränkter Speichergröße problematisch ist. Vera Immitzer, Geschäftsführerin des PVA: „Dieses Jahr war es eine hochexplosive Mischung. Die Regierung muss nun aus dem Desaster lernen und im EAG die Fördergelder maßgeblich aufstocken, die Fördersätze sowie Anlagengröße (max. 100 kWh) zielführend gestalten und mehrere Antragszeitpunkte im Jahr ermöglichen.“

Besonders problematisch ist, dass unzählige kleinere Projekte keine Chance mehr auf eine positive Zusage haben, weil das Budget durch einige wenige Speicher abgerufen wurde. Zahlreiche Betriebe investierten viel Arbeit in die Projektierung von Stromspeichern, die letztendlich durch die fehlgesetzten Anreize der Förderung nicht umgesetzt werden können. Die mangelnde Kontinuität einer so wichtigen Förderung stellt einige Betriebe vor massiven Herausforderungen. Kein seriöser wirtschaftlicher Betrieb kann eine Planung für das gesamte Jahr auf der Basis eines Zeitfensters von wenigen Sekunden aufbauen.

Zur Überbrückung bis Inkrafttreten des EAG appelliert der PVA an alle Bundesländer, wie bereits im Vorjahr, ihren Bürgerinnen und Bürgern eine Unterstützung anzubieten. Für das Gelingen der Energiewende sei nämlich eine flächendeckende Verteilung von Speicherkapazitäten in der Netzstruktur notwendig. Immitzer: „Eine Förderung, die für ein paar wenige Antragsteller ausreicht kann auch nicht im Sinne des Fördergebers sein. Denn nur eine Bewegung, in der jede und jeder mitmachen und einen Beitrag leisten kann, wird auf lange Sicht Erfolg haben.“

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