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30 Millionen Euro Schulden: DiTech beantragt das Sanierungsverfahren

24.03.2014

Jetzt ist es soweit: Heute, Montag, brachte die DiTech GmbH den Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung am Handelsgericht Wien ein. Wie der KSV1870 mitteilt, belaufen sich die Passiva auf 30 Millionen, die Aktiva auf 16 Millionen Euro. Zehn Filialen sollen im Rahmen der Sanierung geschlossen werden. Ob die klappt, ist noch offen. Schließlich fehlt der Investor.   

Der Schuldenstand wird seitens DiTech im Insolvenzantrag mit 30 Millionen Euro angegeben. Davon belaufen sich rund neun Millionen auf Lieferanten und rund 14 Millionen auf Verbindlichkeiten der Banken. Demgegenüber sollen Aktiva im Wert von rund 16 Millionen Euro stehen. Ein Teil dieses Aktivvermögens steht allerdings im Fremdeigentum bzw. ist mit Ab- oder Aussonderungsrechten belastet.

 
Sanierungskonzept sieht Schließung von zehn Filialen vor

Der Sanierungsplanvorschlag lautet auf Bezahlung einer Quote von 20 Prozent innerhalb von zwei Jahren ab Annahme. Bekanntlich kann die  Finanzierung des angestrebten Sanierungsplanes nur mit Hilfe einer Investorengruppe/Investors durchgeführt werden. Das Sanierungskonzept beinhaltet die Schließung von zehn Filialen.

 
DiTech betreibt derzeit österreichweit 22 Fachmärktee. Des Weiteren produzierte das Unternehmen über die Tochtergesellschaft dimotion GmbH eigene PC-Systeme und Notebooks unter der Eigenmarke dimotion. Dieses hat bereits vor zehn Tagen einen Konkursantrag eingebracht.

 

Insgesamt beschäftigt DiTech derzeit 254 Dienstnehmer. Von gegenständlichem Insolvenzfall sind mindestens 1.250 (exklusive Dienstnehmer) Gläubiger betroffen.

 
Neben den 22 Standorten betreibt das Unternehmen auch einen Onlineshop über die eigene Homepage. 28 Prozent des Gesamtumsatzes wurde im Internet erwirtschaftet.

Zu starker Wachstumskurs
 

Zu den Ursachen der Insolvenz zählt laut dem Schuldnerantrag der starke Wachstumskurs, welcher von keiner externen Finanzierung begleitet worden ist. Des Weiteren sind mit dem Aufbau und Ausbau neuer Filialen Kosten angefallen, die sich negativ auf die freie Liquidität ausgewirkt haben. Ebenso hat sich die Marktstruktur dahingehend verändert, dass die Marge der verstärkt nachgefragten „Fertiggüter“, wie Smartphones und Tablets,  deutlich geringer als bei PC’s und Laptops ist.

Update 13 Uhr 45
Verbindlichkeiten von 25,8 Millionen Euro

 

Die intensiven Verhandlungen im In- und Ausland hätten länger gedauert als angenommen. In einer Aussendung zeigen sich die DiTech-Eigentümer nun aber zuversichtlich, dass man mit Hilfe eines Investors den insolventen Computerhändler sanieren kann. Details müssten noch in den Gesprächen mit dem Sanierungsverwalter in den nächsten Tagen ausgearbeitet werden.

 

Schulden von 30 Millionen Euro soll DiTech im Insolvenzantrag angegeben haben, teilte der KSV mit. In der Aussendung des Computerhändlers ist nun unter Berufung auf die „aktuelle Bilanz“ von Verbindlichkeiten in der Höhe von 25,8 Millionen Euro die Rede. „13,3 Millionen Euro davon entfallen auf die Kreditinstitute, 9,9 Millionen  Euro auf die Lieferanten und 2,6 Millionen Euro sind sonstige Verbindlichkeiten. Diese Verbindlichkeiten steht ein Anlage- und Umlaufvermögen von insgesamt 16,4 Millionen Euro entgegen“, heißt es.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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