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Laut dem aktuellen Renewables 2017 Global Status Report wird für den globalen Energieverbrauch immer noch etwa drei Viertel aus nicht-erneuerbaren Energiequellen verwendet.

2016 weltweiter Rekord bei erneuerbarer Energie

12.06.2017

Die Österreichische Energieagentur unterstreicht Aussagen des aktuellen Renewables 2017 Global Status Report: Subventionen für fossile Energieträger behindern den Fortschritte bei der Energiewende.

Der aktuelle Renewables 2017 Global Status Report (GSR2017), der von REN21 veröffentlichte jährliche Bericht zum Status der erneuerbaren Energien, zeigt ein Rekordjahr 2016: Demnach wurden 2016 weltweit zusätzliche erneuerbare Stromkapazitäten in der Höhe von 161 GW installiert.

Somit stieg die globale installierte Stromkapazität gegenüber 2015 um 9 Prozent und beträgt nun knapp 2017 Gigawatt (GW), obwohl die Investitionen in neue erneuerbare Energieinstallationen gegenüber 2015 um rund 23 % sanken.

Erneuerbare Energieträger stellen laut GSR2017 auch zunehmend die kostengünstigste Alternative zur Stromerzeugung dar. Der Report berichtet, dass etwa in Dänemark, Ägypten, Indien, Mexiko, Peru und den Vereinten Arabischen Emiraten kürzlich Verträge für erneuerbaren Strom zum Preis von USD 0,05 pro Kilowattstunde oder weniger abgeschlossen wurde. Dieser Preis liegt weiter unter den äquivalenten Kosten für fossile oder nukleare Erzeugungskapazitäten in den jeweiligen Ländern.

Trotz eines weltweiten Wirtschaftswachstums von 3 % und zunehmender Energienachfrage blieben die globalen energiebedingten CO2 Emissionen, verursacht durch fossile Brennstoffe und die Industrie, stabil. Dies kann vor allem auf den Rückgang des Anteils an Kohle im Energiemix, auf den zunehmenden Ausbau erneuerbarer Energien und die Verbesserung der Energieeffizienz zurückgeführt werden, so der GSR2017.

Nach wie vor sind laut GSR2017 die Subventionen für fossile Energieträger und Atomstrom weltweit höher als jene für erneuerbare Technologien: Im Jahr 2014 waren Subventionen für fossile Energieträger viermal so hoch wie jene für erneuerbare Energien.

Der GSR2017 zeigt weiters auf, dass die Integration hoher Anteile variabler erneuerbarer Energien auch ohne fossile oder nukleare Grundlast gelingen kann. Voraussetzung sei ein ausreichend flexibles Stromsystem.

Netzverbindungen, Sektorkopplung und Schlüsseltechnologien, wie beispielsweise Speicher, Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen sowie Informations- und Kommunikationstechnologien würden diese Flexibilität ermöglichen.

Innovationen und Durchbrüche im Bereich der Speichertechnologien ermöglichen laut GSR2017 zunehmend eine größere Flexibilisierung des Stromsystems. In 2016 wurden rund 0,8 GW an neuen Speicherkapazitäten in Betrieb genommen, damit beträgt die Gesamtkapazität am Ende des Jahres rund 6,4 GW.

Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur, sagt zum Them: „Heimische Unternehmen haben das Potenzial, mit ihrem Know-how in energierelevanten Technologiebereichen weltweit zu punkten.“

Traupmann unterstreicht die positiven Auswirkungen auf die österreichische Handelsbilanz, die die Umstellung auf heimische erneuerbare Energien zur Folge hätte: „Im Jahr 2016 hat Österreich rund 4 Milliarden Euro für Erdöl und Erdölerzeugnisse ausgegeben. Wenn es gelingen würde, Erdöl mittelfristig durch nachhaltige heimische Energieträger zu ersetzen, würde das zu einer ausgeglichen Handelsbilanz und in vielen Jahren sogar zu Überschüssen in Milliardenhöhe führen.“

Weiterführende Informationen der Österreichischen Energieagentur

Studie „Digitale Transformation der Energiewelt“:

https://www.energyagency.at/aktuelles-presse/presse/detail/artikel/studie-digitalisierung-wird-energiebranche-massiv-veraendern.html

ENERGY2027>> Die Energiewelt in 10 Jahren:

https://www.energyagency.at/aktuelles-presse/presse/detail/artikel/energiewelt-in-10-jahren-gewinner-strom-verlierer-oel-effizienz-als-schluessel-der-energiewende.html

oder

https://www.energyagency.at/unternehmen/40-jahre-aea/die-energiewelt-in-10-jahren.html

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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