Direkt zum Inhalt

1.468 Firmen im ersten Quartal insolvent: Handel verzeichnet die meisten Pleiten

08.04.2014

Im ersten Quartal 2014 stellten 1.468 Unternehmen in Österreich einen Insolvenzantrag, davon wurden 860 Verfahren eröffnet, und 608 Insolvenzen mussten wegen mangelnder Masse abgewiesen werden. Im Vorjahresquartal gab es laut Alpenländischer Kreditorenverband (AKV) um acht Insolvenzen weniger. Nur 154 Fälle der eröffneten Unternehmensinsolvenzen wurden als Sanierungsverfahren geführt.

Damit schaffte es zwischen Jänner und März nur ein Zehntel der insolventen Firmen, ein Sanierungsverfahren einzuleiten. Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung gab es im 1. Quartal insgesamt 22 Fälle, im Vorjahresquartal lag die Zahl noch bei 35 Verfahren. Die 30-prozentige Mindestquote für die Gläubiger werde als Preis für eine Eigenverwaltung nicht mehr in Kauf genommen, sagte AKV-Experte Franz Blantz. Außerdem sei bei den Insolvenzverfahren ein Trend zu Firmenschließungen zu beobachten. Banken und Investoren würden vorsichtiger agieren und sich bei insolventen Firmen nicht stärker engagieren wollen.

 

Blantz erwartet für heuer einen Anstieg der Insolvenzzahlen, weil sich die Zahlungsfähigkeit bei kleinen und mittleren Unternehmen verschlechtert. Bei der schwer angeschlagenen Baumarktkette Baumax hofft er auf eine Lösung zwischen der Eigentümerfamilie und den Gläubigern. Das Jahr 2013 ging mit den Großpleiten von Alpine Bau, Niedermeyer und Dayli (vormals Schlecker) als Rekordpleitejahr seit 1945 in die Geschichtsbücher ein.

 

Größten Pleiten

 

Die bisher größte Pleite nach Passiva legte im ersten Quartal 2014 die MA.TEC Stahl- und Alubau (35,3 Mio. Euro) hin, gefolgt vom IT-Händler DiTech mit 30 Mio. Euro und AWI Mineralölgroßhandel mit 22 Mio. Euro. Die Gesamtpassiva der eröffneten Unternehmensinsolvenzen stieg im Vergleich zum ersten 1. Quartal 2013 um rund 17 Prozent auf 482,3 Mio. Euro. Die Anzahl der gefährdeten Arbeitsplätze schnellte um 42 Prozent auf 3.844 Jobs. Im Vergleich zum Kreditschutzverband von 1870 zählt der AKV aber nur die bedrohten Jobs bei eröffneten Insolvenzverfahren.

 

Nach Branchen: Handel mit den meisten Insolvenzen

 

Nach Branchen aufgeschlüsselt gab es die meisten Insolvenzen im Handel (254), knapp gefolgt von der Baubranche mit 251 Insolvenzen und der Gastronomie mit 232 Insolvenzen im ersten Quartal 2014. Nach Bundesländern gab es den stärksten Anstieg der Insolvenzen im Vergleich zum Vorjahresquartal in Vorarlberg (+61 Prozent), Salzburg (+9 Prozent), Steiermark (+6 Prozent) und Niederösterreich (+3 Prozent). In allen übrigen Bundesländern sank die Zahl der Firmeninsolvenzen.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
Werbung

Weiterführende Themen

E-Technik
23.01.2020

41 Gläubiger, 86 betroffene Arbeitnehmer und einen Schuldenberg in Höhe von rund 947.000 Euro hinterlässt ein Tiroler Elektrodienstleister aus Innsbruck.

Branche
15.10.2014

„Wer im Hochwasser nicht kämpft, geht unter“, sagt Erich Kurz. Für sein Wiener Elektrofachhandels-Unternehmen geht’s weiter. Der Sanierungsplan wurde angenommen. Jetzt will Kurz mit neuer ...

Multimedia
15.10.2014

Ein steirischer EDV-Dienstleister und Fachhändler musste ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragen. Der Grund sind drastische Umsatzrückgänge. Zu stark ist die Online-Konkurrenz.  ...

E-Technik
14.10.2014

Eine Überschuldung von über fünf Millionen Euro: Ein auf Photovoltaik spezialisiertes Unternehmen muss sich dem Konkursverfahren stellen. 

Branche
06.10.2014

Importeur SBC Buchsbaum kann den laufenden Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen. Nun wurde vom zuständigen Handelsgericht Wien ein Sanierungsverfahren eröffnet, wie der AKV mitteilt.

Werbung