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100 % Wachstum geplant: Amazons Alptraum kommt über die Seidenstraße

10.06.2018

Der chinesische Online-Riese Alibaba bereitet gerade seinen großflächigen Einstieg in Europa vor. Dabei mithelfen sollen nicht nur Logistikzentren in Deutschland, auch die ehemalige Seidenstraße soll als Handelsweg nach Europa reaktiviert werden.

Ein paar Euro könnte man ruhig auch in die deutsche Übersetzung investieren.

Es klingt wie ein Märchen aus 1001 Nacht und verheißt für Europa irgendwie nichts Gutes. Mitunter kommt es bei uns nämlich zum ersten Showdown zwischen dem amerikanischen Giganten Amazon und seinem chinesischen Herausforderer Alibaba. Letzterer soll bereits konkrete Pläne zur Eröffnung eines Logistikzentrums (vermutlich in Hamburg) verfolgen, berichtet die deutsche Wirtschaftswoche. 2019 dürfte es soweit sein.

Rund 50.000 Pakete liefert der E-Commerce-Gigant aus dem Reich der Mitte schon jetzt in Deutschland aus, 100.000 sollen es heuer werden. Ein Wachstum von satten 100 Prozent, wenngleich man von Amazon-Dimensionen noch weit entfernt ist. Aber das dürfte sich bald ändern, wenn man sich die Logistikstrategie genauer ansieht. Heimlich, still und leise baut man nämlich an einem Netz, das bald ganz Europa umspannen wird.

In Belgien soll es bereits ein Logistikzentrum geben, ein weiteres baut eine Alibaba-Tochter aktuell bei Prag in Tschechien. Vom hochautomatisierten tschechischen Logistikzentrum aus, sollen auch der deutsche (und wahrscheinlich auch österreichische) Markt bedient werden. Ein weiteres Lager existiert zudem in London, wo übrigens auch das europäische Alibaba-Hauptquartier sitzt.

15 Mrd. für die Logistik

2017 hatte Alibaba-Chef Jack Ma angekündigt, rund 15 Mrd. Euro in den Ausbau des Logistiknetzes zu investieren. Dabei wird er sich sicherlich nicht nur auf jene Länder beschränken, die derzeit auf der Alibaba-Webseite (Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Italien, Niederlande, Norwegen, Spanien und Großbritannien) angeführt werden.

Einen Teil der 15 Mrd. investiert man auch – man lese und staune – in die so genannte neue Seidenstraße – die Landverbindung zwischen Asien und Europa. Dort will man Depots und Hubs platzieren, um die Waren noch schneller nach Europa bringen zu können.

Alibaba war ursprünglich ein reiner B2B-Marktplatz, beliefert über Aliexpress seit geraumer Zeit auch Endkunden direkt. In China ist Alibaba mit Tochtergesellschaften wie Tmall auf dem B2C-Markt Marktführer.

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