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Kapitalertragsteuer

16.12.2015

Mit Ausnahme der Zinsen aus Bankguthaben und Sparbüchern wird die Kapitalertragsteuer ab 1. Jänner 2016 auf 27,5 % erhöht

Dies bedeutet u.a., dass sich die Gesamtsteuerbelastung für ausgeschüttete Gewinne von Kapitalgesellschaften auf 45,625 % erhöht. Die beliebte Frage, ab wann sich eine GmbH „auszahlt“, kann wie bisher nur im Einzelfall beantwortet werden, weil für eine globale Antwort zu viele Faktoren eine Rolle spielen (z.B. persönliche Verhältnisse, Geldbedarf in Gesellschaft und Privat, Sozialversicherung, andere Bezüge, Lohnabgaben, etc.).

Dramatischer auswirken wird sich in diesem Zusammenhang eine andere Gesetzesänderung – und diese geht wohl auch in die falsche Richtung (Eigenkapitalabbau statt -stärkung):

Derzeit können bestimmte Gewinnteile von Kapitalgesellschaften (jene, die auf eine frühere Einlage des Gesellschafters zurückzuführen sind) als Einlagen- bzw. Kapitalrückzahlung steuerfrei ausgeschüttet werden. Diese Wahlmöglichkeit soll zugunsten des „Primats der Gewinnausschüttung“ zukünftig entfallen, d.h. solange „operative Gewinne“ vorhanden sind, müssen diese zuerst (kestpflichtig!) ausgeschüttet werden.

Dies wird natürlich zur Folge haben, dass künftig den Gesellschaften statt Eigenkapital (z. B. in Form von Gesellschafterzuschüssen) nur mehr Fremdkapital (z. B. Gesellschafterdarlehen) zur Verfügung gestellt werden wird.

Leisten z. B. der oder die Gesellschafter Ihrer GmbH einen Gesellschafterzuschuss um eine notwendige Investition zu finanzieren, können diese ihr Geld (Rechtlich ist es natürlich Geld der GmbH.) erst dann wieder steuerfrei zurück erhalten, wenn der letzte operative Gewinn (Um einen solchen zu erzielen wurden die Investitionen ja getätigt.) für Ausschüttungen oder zur Verlustabdeckung aufgebraucht worden ist. Vorher kostet es KESt – und als Ober-Gag bei Einzahlungen bis 31. Dezember 2015 noch 1 % Gesellschaftssteuer! Das heißt, 101 einzahlen – 72,5 zurückerhalten und 28,5 für den Fiskus – eine tolle Rechnung für den Fiskus! Aber Sie sollen die Arbeitsplätze schaffen bzw. erhalten!

Unsere Tipps bleiben daher aufrecht: In Zukunft wird man „seiner“ GmbH wohl eher Fremdkapital z. B. in Form von Gesellschafterdarlehen zuführen (betriebs- und volkswirtschaftlich sehr sinnvoll!) statt Eigenkapital. Natürlich ist aber individuelle Beratung dringend anzuraten!

Noch dringender erscheint allerdings die Prüfung allfälliger Ausschüttungsmöglichkeiten noch heuer – auch in Hinblick auf die KESt-Erhöhung. Dabei sind neben den finanziellen Möglichkeiten auch unternehmens- und steuerrechtliche Aspekte zu beachten. Jedenfalls sind ausschüttungsbedingte Finanzierungsaufwendungen nicht abzugsfähig! 

Rat & Tat-Steuerberater, Kanzlei Jupiter
www.jupiter.co.at

Dr. Michael Kowarik 
www.kowarik.at

Original erschienen am 16.12.2015: Bauforum.
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