Gleich zweimal stoßen Sie im März-Elektrojournal auf den Miele-Geschäftsführer: Auf Seite 4 H äußert er sich zu ausufernden Flächenwünschen einiger Lieferanten bei den Ordertagen des Elektrofachhandels. Auf Seite 40 H kündigt er Rambazamba in der Salzburger Miele-Galerie an. Ebendort wünscht sich Mieles Gewerbegeräte-Chef Gerhard Mahr aktivere Händler. Durch die neue Maschinen-Richtlinie wird's nämlich haarig: Der Händler, der sich's Professional-Geschäft entgehen lässt, verstößt nicht nur gegen die kaufmännische Vernunft, sondern auch gegen geltendes Recht.
Bedauerlich, aber nicht überraschend ist für Vanicek die Cosmos-Entwicklung (bzw. -Abwicklung): "Ich glaube, dass nur wenige Outlets mit neuem Betreiber bleiben werden. Trotzdem wird's keine Umsatzrückgänge dadurch oder Versorgungslücken geben." Für den traditionellen Fachhandel positiv: Durch das Aus für die Großfläche verschiebt sich das Marktgewicht stärker Richtung EFH.
„Wir leben von unseren Stärken“
Eine Problem für den Fachhandel bleibe jedoch bestehen: die schwierige Situation bei der Finanzierung. Vanicek: „Ich will keineswegs den Teufel an die Wand malen, aber die Voraussetzungen für eine leichtere Finanzierung sind nicht gegeben. Wichtig ist daher eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Kreditversicherern.“ Und wohl auch eine intensive Zusammenarbeit mit den Hausgeräte-Lieferanten, denn die Weißware war 2009 „ein Glücksfall für den Handel“.
Problematisch sind dabei die „massiven Preisstellungen“ einzelner Lieferanten im Internet, wie auch Red Zac-Chef Peter Osel zuletzt im Jänner/Februar-Elektrojournal mahnte. „Die Hersteller sind aufgefordert, hier Ordnung zu schaffen“, meint der Miele-Chef, dem dieses Kunststück gelungen ist. „Es freut mich daher, dass wir von unseren Stärken leben anstatt von den Schwächen anderer.“ Für „Überdramatisierung“ bestehe allerdings kein Anlass: „Die Durchschnittspreise am Markt sind gestiegen im letzten Jahr.“
„Investieren deutlich über Marktanteil“
Nicht zuletzt dank Eco-Promotion und Trennungsprämie konnte Miele 2009 quer über alle Produktlinien deutlich zulegen. Damit ist die Marke weiterhin die Nummer eins im Markt mit einem Zugewinn von mehr als einem Prozentpunkt – „und wir werden alles dafür tun, damit wir’s auch bleiben“. Der konsequente Vermarktungsweg wird daher weiter beschritten: „Wir investieren sehr viel und werben deutlich über unseren Marktanteil hinaus. Es ist nur schade, dass sich Mitbewerber nicht entschließen können, den Markt mit uns gemeinsam zu bearbeiten.“
„Wesentliche Neuheiten“ kann Vanicek schon jetzt für die Mailänder Eurocucina im April ankündigen. Österreichischen Händlern werden diese von 17. bis 20. Mai in der Miele-Galerie präsentiert – inklusive eines Events, „wie sie es noch nie erlebt haben“.
Miele Center Rehrl bleibt
Überall ein Plus – nur die Profigeräte-Fertigung in Bürmoos verzeichnete ein Minus von fünf Prozent. Im Sinne der Zukunftssicherung soll jedoch in Bälde eine Erweiterung des Werks stattfinden, das dann auch in den Produktbereich der Sterilisation einsteigt und neben Komponenten erstmals auch Endgeräte fertigen wird.
Über die Pläne für eine Wiener Miele-Galerie, die im Frühsommer 2011 nahe der SCS eröffnen soll, berichtete bereits das Dezember-Elektrojournal. Das Ergebnis wird eine Mischung aus Ausstellungs- und Veranstaltungs-Räumlichkeiten auf etwa der gleichen Fläche wie in Salzburg. Mit dem Unterschied, dass aufgrund des Fehlens einer Betriebskantine eine zweite Aktiv-Küche Platz findet.
Verkauft wird unterdes nicht nur der Wiener Standort in der Oberlaaer Straße, sondern auch das Miele-Haus an der Salzburger Lehener Brücke, das zu einem Hotel umgebaut wird. „Das ist im Konsens mit Josef Rehrl passiert, dessen Miele Center sich auch weiter an diesem Standort finden wird“, versichert der Miele-Geschäftsführer. Demnach habe der ehemalige Miele-Vertriebsleiter und nunmehrige -Händler einen unbegrenzt laufenden Vertrag.