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KSV1870: Großinsolvenz TEMA

30.11.2016

Die TEMA Electronic Service & Vertriebs GmbH hat ihre Zahlungen eingestellt und beim Landesgericht Wiener Neustadt ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung beantragt. Der Insolvenzantrag wird vom Gericht derzeit geprüft, sodass das Verfahren offiziell noch nicht eröffnet ist.

Geschäftslokal der Stöhr electronic service GmbH, die von der TEMA Electronic Service & Vertriebs GmbH, 2700 Wiener Neustadt, Samuel-Morse Straße 1, übernommen worden war. Jetzt ist auch die TEMA insolvent.

Großinsolvenz bei der TEMA Electronic Service & Vertriebs GmbH, 2700 Wiener Neustadt, Samuel-Morse Straße 1. Betroffen sind 56 Dienstnehmer (16 Arbeiter, 39 Angestellte, 1 Lehrling) und 143 Gläubiger.

Gegenstand des Unternehmens ist der Einzelhandel und der Service von Elektrogeräten sowie Dienstleistungen für diverse Telekabelanbieter – die Passiva belaufen sich auf 5,04 Millionen Euro (nach Schuldnerangaben), so der KSV18700.

Als Insolvenzursachen (laut Schuldnerangaben) werden angegeben: Die nunmehr insolvente Gesellschaft hatte das Unternehmen der im Jahr 2012 insolvent gewordenen Stöhr electronic service GmbH erworben. Man weitete die Geschäftstätigkeit aus und war europaweit tätig. Allerdings kam das Geschäft mit Großhändlern fast vollständig zum Erliegen, da diese Händler vielfach von Umsatzsteuerprüfungen betroffen waren, was sich auf die TEMA Electronic Service & Vertriebs GmbH dahingehend auswirkte, dass diese erhebliche Umsatzsteuerguthaben wochenlang nicht lukrieren konnte, da diese von den prüfenden Finanzämtern blockiert wurden. Erschwerend wirkte sich auch aus, dass die Bereitschaft potenzieller Geldgeber, in der Elektrohandelsbranche zu investieren, deutlich rückläufig ist, sodass man letztlich gezwungen war, den Vorliegenden Insolvenzantrag zu stellen.

Es ist nunmehr beabsichtigt das Unternehmen in verkleinertem Umfang fortzuführen, wobei insbesondere der Großhandelsbereich reduziert werden soll, was auch einen Abbau einer derzeit noch nicht bekannten Anzahl von Dienstnehmern bedeuten wird, so der KSV1870.

Die Aktiva belaufen sich auf 2,5 Millionen Euro, wobei 1,5 Millionen Euro davon mit Rechten Dritter belastet sind – an freiem Vermögen ist somit eine Million Euro vorhanden. Ein Sanierungsplananbot von 30 % innerhalb von zwei Jahren ab Annahme steht im Raum: Dabei handelt es sich um das gesetzlich vorgesehene Mindestanbot für ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung, sodass aus Sicht des KSV1870 vorerst nur ein reines Formalanbot vorliegt. Vonseiten des KSV1870 heißt es: „Wir werden im Interesse der Gläubiger prüfen, in welcher Weise der vorliegende Zahlungsvorschlag verbessert werden kann.“

Ab sofort können Gläubigerforderungen über den KSV1870 angemeldet werden.

Autor:
Redaktion Elektrojournal
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